Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

Das Phä­no­men Kri­se zeich­net sich durch Merk­ma­le aus, die je nach Fall mehr oder weni­ger inten­siv aus­ge­prägt sind. Sie bil­den zusam­men das «Kri­sen­rad» – ein Prüfra­ster zur Beur­tei­lung, ob und in wel­cher Aus­prä­gung eine Kri­se vorliegt.

Die Krisenmerkmale

  • Miss­stand: Ein Zustand wird von Betrof­fe­nen, Invol­vier­ten oder Inter­es­sier­ten als nega­tiv empfunden.
  • Nega­ti­ve Ereig­nis­ket­te: Der Zustand ent­steht meist durch eine Abfol­ge unge­woll­ter, unge­plan­ter Ereig­nis­se und Hand­lun­gen (→ Kri­sen­bau­stei­ne).
  • Ambi­va­len­ter Aus­gang: Der Aus­gang ist offen – eine Kata­stro­phe ist nicht aus­zu­schlies­sen (→ Kata­stro­phe).
  • Unge­wiss­heit: Zeit­punkt, Dau­er, Inten­si­tät und Aus­wir­kun­gen sind schwer einschätzbar.
  • Öffent­li­ches Inter­es­se: Kri­sen sind «bad news» und zie­hen per se media­le und öffent­li­che Auf­merk­sam­keit an.
  • Emo­tio­na­li­tät: Kri­sen sind mit star­ken Emo­tio­nen ver­bun­den – bei Betrof­fe­nen, im Dis­kurs und im Management.
  • Abwei­chung vom Nor­mal­zu­stand: Die Kri­se unter­bricht die ordent­li­che Lage (→ Lage, aus­ser­or­dent­li­che).

Bedeutung im KMK-System

Die Merk­ma­le ope­ra­tio­na­li­sie­ren den Kri­sen­be­griff für die Ana­ly­se: In der ADAM-Kon­text­ana­ly­se die­nen sie der Lage­be­ur­tei­lung, in FRAMI zei­gen Unge­wiss­heit und Emo­tio­na­li­tät an, wel­che Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis­se und Gefühls­la­gen die Kom­mu­ni­ka­ti­on adres­sie­ren muss (Basis-Pro­to­koll: Instruk­ti­ons- und Adjusting-Information).