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Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

Als Kata­stro­phe bezeich­net man den ver­nich­ten­den Aus­gang einer Kri­se (Worst Case). Eine Unter­neh­mens­ka­ta­stro­phe liegt betriebs­wirt­schaft­lich vor, wenn äus­se­re Rah­men­be­din­gun­gen (recht­li­che Erlas­se, Kurs­ein­brü­che) oder inter­ne Ereig­nis­se (Streiks, Defek­te) die Hand­lungs­frei­heit so stark ein­schrän­ken, dass der Fort­be­stand sub­stan­zi­ell gefähr­det oder ver­un­mög­licht wird und/oder Men­schen, Gesell­schaft und Umwelt enorm zu Scha­den kom­men (vgl. Kry­stek & Lenz, 2014, S. 33 ff.; Schwarz & Löf­fel­holz, 2019): «Sie sind unver­meid­ba­re Sin­gu­la­ri­tä­ten und ver­hin­dern den Fort­be­stand des betrof­fe­nen Unter­neh­mens ohne Chan­ce auf Ret­tung.» (Kry­stek & Lenz, 2014, S. 34)

Einordnung

«Die Kata­stro­phe als nicht aus­zu­schlies­sen­der Aus­gang» ist ein wesent­li­ches Kri­sen­merk­mal (→ Kri­sen­merk­ma­le). Im All­tags­ge­brauch wer­den Kata­stro­phen oft mit schwe­ren Natur­er­eig­nis­sen gleich­ge­setzt (→ Natur­ka­ta­stro­phen) – die­se sind ana­ly­tisch jedoch Aus­lö­ser plötz­li­cher Kri­sen, nicht deren Ausgang.

Worst-Case-Szenarien auf den Ebenen der Krisenverlaufskarte

  • Pro­blem­ebe­ne: Zuspit­zung durch Fol­ge­er­eig­nis­se bis zur Existenzbedrohung.
  • Media­le Ebe­ne: Das Unter­neh­men wird bei höchst­mög­li­cher Scha­dens­ein­schät­zung als ver­ant­wort­lich dar­ge­stellt («am Pran­ger»); der dar­ge­stell­te Scha­den stellt die Exi­stenz infrage.
  • Öffent­li­che Wahr­neh­mung: Öffent­lich­keit und Bezugs­grup­pen geben dem Unter­neh­men die allei­ni­ge Schuld, ver­lie­ren das Ver­trau­en und stel­len die Exi­stenz­be­rech­ti­gung infrage.
  • Ver­hal­tens­ebe­ne: Inve­sti­ti­ons­be­reit­schaft sinkt, Ver­kaufs­schwund, Demo­ti­va­ti­on und Streiks, Regu­lie­run­gen und Bussen.

Bedeutung im KMK-System

Die Kata­stro­phen­mög­lich­keit begrün­det den Ernst­fall­cha­rak­ter jeder Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on: Das EVI-Modul bewer­tet die Fall­hö­he (ADAM) stets vor dem Hori­zont des Worst Case; die Ebe­nen-Sze­na­ri­en die­nen als Prüfra­ster der Lagebeurteilung.

Literatur

Kry­stek, U., & Lenz, M. (2014). Unter­neh­mens­kri­sen: Beschrei­bung, Ursa­chen, Ver­lauf und Wir­kun­gen. In A. Thies­sen (Hrsg.), Hand­buch Kri­sen­ma­nage­ment (S. 31–53). Sprin­ger VS. [in Zote­ro prä­zi­sie­ren]
Schwarz, A., & Löf­fel­holz, M. (2019). [in Zote­ro nachzutragen]