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15. Febru­ar 2023

In Kri­sen­zei­ten spie­len die Mit­ar­bei­ter­schaft als Instanz (auf der Kri­sen­ver­laufs­kar­te) und die (ger­ne ver­nach­läs­sig­te) Mit­ar­bei­ter­kom­mu­ni­ka­ti­on eine zen­tra­le Rol­le. Ob sich der Mit­ar­bei­ter in unsi­che­ren und unge­wis­sen Zei­ten wie einer Kri­se im Inter­es­se des Unter­neh­mens ver­hält und kom­mu­ni­ziert, hängt mass­geb­lich von der Unter­neh­mens­kul­tur (Cor­po­ra­te Cul­tu­re) und — damit ver­knüpft — der inter­nen Kom­mu­ni­ka­ti­on ab.

Mit­ar­bei­ter kön­nen auf den ver­schie­de­nen Ebe­nen der Kri­sen­ver­laufs­kar­te unter­schied­li­che Rol­len (Rol­len von Instan­zen, Fehl­ver­hal­ten) ein­neh­men, was eine Unter­neh­mens­kri­se ver­stär­ken, abschwä­chen oder gar aus­lö­sen kann.

  1. Mit­ar­bei­ter kön­nen durch Fehl­ver­hal­ten wie Fehl­ma­ni­pu­la­ti­on, Unacht­sam­keit oder Dieb­stahl eine rea­le Kri­se aus­lö­sen. Dies kann zurück­ge­führt wer­den auf feh­len­de Moti­va­ti­on und man­geln­des Inter­es­se, Zwist am Arbeits­platz, Unzu­frie­den­heit oder feh­len­de Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Unter­nah­men, was wie­der­um mit der Unter­neh­mens­kul­tur und der inter­nen Kom­mu­ni­ka­ti­on (Mit­ar­bei­ter) zusammenhängt.
  2. Sie genies­sen als (Augen-)Zeugen und unmit­tel­bar Betrof­fe­ne — ana­log zu einem Exper­ten — eine hohe Glaub­wür­dig­keit im sozia­len Umfeld (sie­he Fall Fors­mark, Bae­ris­wyl, 2018, S. 84) und kön­nen in sozia­len Grup­pen als Opi­ni­on Lea­der oder Influen­cer (in Social Media) auf­tre­ten.
    So kön­nen sie als Infor­ma­ti­ons­ver­mitt­ler (bewusst oder aus Unacht­sam­keit) eine media­le Kri­se ent­fa­chen (sie­he Fall Mei­li: Bae­ris­wyl, 2018, S. 84), ver­stär­ken oder auf­grund ihrer Glaub­wür­dig­keit Aus­sa­gen ande­rer als halt­los ent­mach­ten und damit eine Kri­se abschwä­chen.
    Sie kön­nen in Leser­brie­fen oder Online-Kom­men­ta­ren Mei­nun­gen zugun­sten oder gegen das Unter­neh­men ver­brei­ten.
    In sozia­len Medi­en kön­nen sie aus Unacht­sam­keit oder wil­lent­lich einen Shits­torm aus­lö­sen, sich dar­an betei­li­gen oder (unter­neh­mens­in­tern) Gerüch­te ver­brei­ten. Ein typi­sches Bei­spiel ist das Ekel­vi­deo von 2009 bei Domi­nos Piz­za, des­sen Ver­brei­tung in sozia­len Medi­en zu einem Shits­torm geführt hat. (sie­he Fall Domino’s Piz­za; Stof­fels 2012, S. 13)
    Sie kön­nen über die Face-to-Face-Kom­mu­ni­ka­ti­on oder Social Media Gerüch­te über das Unter­neh­men ver­brei­ten oder Mit­ar­bei­ten­de diffamieren. 
  3. Als Lohn­emp­fän­ger und Mit­glied einer Gewerk­schaft kön­nen sie an Demon­stra­tio­nen teil­neh­men und mit Lohn­for­de­run­gen eine Unter­neh­mens­kri­se ent­fa­chen oder ver­stär­ken.
    Der Mit­ar­bei­ten­de kann aber auch als Kun­de oder als Share­hol­der auf nicht erfüll­te Ansprüche/Erwartungen reagie­ren.
    Die Schweiz ist ein Land von Ver­ei­nen und Ver­bän­den: “Im Jahr 2019 betei­lig­ten sich 44 % der Wohn­be­völ­ke­rung der Schweiz als Aktiv­mit­glie­der an den Akti­vi­tä­ten von Ver­ei­nen, Gesell­schaf­ten, Klubs, poli­ti­schen Par­tei­en oder ande­ren Grup­pen. Bun­des­amt für Sta­ti­stik, 2019) So über­rascht es nicht, dass ein Mit­ar­bei­ter in zwei oder meh­re­ren Anspruchs­grup­pen des Unter­neh­mens ver­tre­ten sein kann.
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