Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Emotionale Intelligenz bezeichnet nach Daniel Goleman die Fähigkeit, eigene und fremde Emotionen wahrzunehmen, zu verstehen und konstruktiv zu steuern. In Krisensituationen ist sie eine Schlüsselkompetenz des Managements und insbesondere der Mediensprecherinnen und ‑sprecher.
Die fünf Fähigkeiten nach Goleman
Goleman (2020, S. 355 ff.) unterscheidet fünf Komponenten:
- Emotionale Selbstwahrnehmung: eigene Emotionen erkennen, benennen und ihre Ursachen verstehen; Gefühle von Handlungen unterscheiden.
- Emotionale Kontrolle: Impulse zügeln, Frustrationstoleranz aufbauen, Ärger angemessen ausdrücken.
- Emotionen produktiv nutzen: Aufmerksamkeit und Selbstbeherrschung für die anstehende Aufgabe mobilisieren.
- Empathie: Emotionen anderer deuten, zuhören, Perspektiven übernehmen.
- Beziehungsgestaltung: Konflikte lösen, sicher kommunizieren, Gruppen harmonisieren.
Bedeutung im KMK-System
Emotionale Intelligenz ist ein Kriterium der Sprecherwahl im EVI-Modul: Der CEO ist nach den Wenn-Dann-Regeln nur dann der richtige Absender, wenn er glaubwürdig, empathisch und medienkompetent auftritt. In der Analyse der Kommunikationsrollen (COMM_INST_SPRECHER) zeigt sich emotionale Intelligenz an der Fähigkeit, Empathie zu vermitteln, ohne die Sachbotschaft zu verlieren – zentral bei dominanten Emotionen wie Wut oder Trauer im Krisendiskurs.
Weiterführend
Videobeitrag: SRF Einstein zur emotionalen Intelligenz
Literatur
Goleman, D. (2020). EQ. Emotionale Intelligenz. Hanser. [genaue Ausgabe in Zotero nachzutragen]