Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Krisen sind für die verantwortlichen Manager Stresssituationen. «Stress» (lat.: Druck, Belastung, Spannung) bezeichnet nach Hans Selye die unspezifische Reaktion des Körpers auf Störungen der Homöostase (Selye, 1974, S. 66): Stressoren verlangen eine Anpassungsleistung des Organismus (Gerrig & Zimbardo, 2015, S. 476).
Phasen der Stressreaktion (Allgemeines Adaptationssyndrom)
Lang andauernder Stress verläuft nach Selye (1956) in drei Stadien: Alarmreaktion – Ausschüttung von Stresshormonen (Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol), kurzfristige Leistungssteigerung, Fight-or-Flight-Modus. Resistenz – der Organismus entwickelt Widerstand gegen den Stressor, wird aber empfindlicher gegenüber anderen Stressoren. Erschöpfung – Leistungsabfall, erhöhte Infektanfälligkeit, Ermüdung, teils Angst- und Depressionssyndrome.

Umgang mit Stress (Coping)
Englisch «to cope with something» heisst, mit etwas umgehen. Anders als «Bewältigung», die den Erfolg impliziert, ist Coping als Prozess zu verstehen, der lange andauern oder offen bleiben kann (Allwinn, 2010, S. 64 f.).
Bedeutung im KMK-System
Die Stressphysiologie erklärt typische Fehlleistungen des Krisenmanagements – Tunnelblick, Überreaktion, Entscheidungsschwäche in der Alarmphase. Genau hier entlasten die Wenn-Dann-Regeln: Sie verlagern Grundsatzentscheide aus der Stresssituation in die Vorbereitung (→ Emotionen und Management, → Intuition).
Literatur
Allwinn, S. (2010). [in Zotero nachzutragen]
Gerrig, R. J., & Zimbardo, P. G. (2015). Psychologie (20. Aufl.). Pearson.
Selye, H. (1974). Stress without distress. Lippincott.