Ver­si­on 3.0 · Stand: 14.08.2026

Das Phä­no­men Kri­se zeich­net sich durch Merk­ma­le aus, die je nach Fall mehr oder weni­ger inten­siv aus­ge­prägt sind. Sie bil­den zusam­men das Kri­sen­rad – ein Prüfra­ster zur Beur­tei­lung, ob und in wel­cher Aus­prä­gung eine Kri­se vor­liegt. Kein ein­zel­nes Merk­mal begrün­det für sich eine Kri­se; mass­geb­lich ist ihr Zusam­men­spiel und ihre Intensität.

Überblick: das Krisenrad

Merk­malPrüf­fra­ge
Sub­jek­ti­ve Ein­schät­zung und WahrnehmungWer beur­teilt den Zustand als Kri­se – und auf­grund wel­cher Prädispositionen?
Miss­standWird ein Zustand von Betrof­fe­nen, Invol­vier­ten oder Inter­es­sier­ten als nega­tiv empfunden?
Uner­füll­te ErwartungenErfüllt die Orga­ni­sa­ti­on aus Sicht min­de­stens einer Bezugs­grup­pe deren Ansprü­che nicht mehr?
Betrof­fen­heitIst die Exi­stenz der Orga­ni­sa­ti­on sub­stan­zi­ell und nach­hal­tig gefährdet?
Öffent­li­ches InteresseBerich­ten die Medi­en – und betrifft das The­ma die Organisation?
Emo­tio­na­li­tätSind star­ke Emo­tio­nen im Spiel – im Manage­ment, im Dis­kurs, in der Wahrnehmung?
Kom­ple­xi­tätWir­ken meh­re­re Ursa­chen und Kri­sen­bau­stei­ne zusammen?
Nega­ti­ve EreignisketteEnt­steht der Zustand aus einer Abfol­ge unge­woll­ter Ereig­nis­se und Handlungen?
Dyna­mi­scher ProzessHat die Ent­wick­lung eine Eigen­dy­na­mik, die sich kaum stop­pen lässt?
Schwer kon­trol­lier­ba­re EntwicklungEnt­zieht sich der Ver­lauf der detail­lier­ten Planung?
Ein­zig­ar­tig­keitNimmt der Fall einen Ver­lauf, der sich nicht aus frü­he­ren Fäl­len ablei­ten lässt?
Weder geplant noch gewolltIst der Zustand von der Orga­ni­sa­ti­on unge­wollt eingetreten?
Zeit­li­che BefristungIst ein Ende abseh­bar – und wann?
Abwei­chung vom NormalzustandIst die ordent­li­che Lage unterbrochen?
Unge­wiss­heitSind Zeit­punkt, Dau­er, Inten­si­tät und Aus­wir­kun­gen schwer einschätzbar?
Ambi­va­len­ter AusgangIst der Aus­gang offen – Chan­ce wie Gefahr?
Mög­lich­keit der Kata­stro­pheIst ein Zusam­men­bruch nicht auszuschliessen?

Wahrnehmung und Deutung

Subjektive Einschätzung und Wahrnehmung

Eine Kri­se ist die sub­jek­ti­ve Ein­schät­zung eines pro­ble­ma­ti­schen Zustands. (Bae­ris­wyl, 2018, S. 17)

«Das ist eine Kri­se» ist die ver­ba­le Äus­se­rung einer sub­jek­ti­ven Ein­schät­zung – einer Deu­tung – eines als pro­ble­ma­tisch wahr­ge­nom­me­nen Zustands. So «liegt die Deu­tungs­ho­heit über das, was eine Kri­se ist und wie man mit ihr umgeht […] fast immer beim eige­nen Betrach­ter» (Thies­sen, 2014, S. 10). In die­sem Sin­ne defi­niert auch Coombs Kri­se als «the per­cep­ti­on of an unpre­dic­ta­ble event that threa­tens important expec­tan­ci­es of stake­hol­ders and can serious­ly impact an organization’s per­for­mance and gene­ra­te nega­ti­ve out­co­mes» (Coombs, 2007b, S. 2–3).

Was der eine als Kri­se beur­teilt, kann von einer ande­ren Per­son als unpro­ble­ma­ti­sche Stö­rung und von einer drit­ten als Kata­stro­phe gedeu­tet wer­den. Kri­se lies­se sich des­halb auch als das bezeich­nen, was von einer Per­son oder Grup­pe als sol­che wahr­ge­nom­men, gedeu­tet und kom­mu­ni­ziert wird. «Kri­sen kön­nen des­halb auch als sozia­le Kon­struk­ti­on ver­stan­den wer­den» (Schwarz & Löf­fel­holz, 2019, S. 3); «inso­fern ist die Iden­ti­fi­ka­ti­on einer kri­sen­haf­ten Situa­ti­on Ergeb­nis von indi­vi­du­el­len oder kol­lek­ti­ven Wahr­neh­mungs­pro­zes­sen» (Staeh­le et al., 1999, S. 903).

Folg­lich hängt die Bezeich­nung eines Zustands als Kri­se von Wis­sen, Erfah­run­gen und Wert­vor­stel­lun­gen ab – von den Prä­dis­po­si­tio­nen der beur­tei­len­den Per­son. Die­se ste­hen in wech­sel­sei­ti­ger Bezie­hung zu den Wert­vor­stel­lun­gen und zum Welt­bild des sozia­len Umfelds: «Ob Situa­tio­nen als Kri­sen ein­ge­stuft wer­den, hängt also von den Wer­ten und Zie­len der jewei­li­gen Beob­ach­ter ab und kann je nach System­zu­ge­hö­rig­keit vari­ie­ren» (Schwarz & Löf­fel­holz, 2019, S. 3).

Ein Wer­te­wan­del in der Gesell­schaft kann des­halb das Kri­sen­emp­fin­den ver­än­dern – etwa das gewach­se­ne Gesund­heits­be­wusst­sein gegen­über dem Rau­chen. Im Infor­ma­ti­ons­zeit­al­ter spie­len dabei die Medi­en eine zen­tra­le Rol­le: Nicht mehr das Urteil der Orga­ni­sa­ti­on ist aus­schlag­ge­bend, son­dern die Deu­tung und Dar­stel­lung in den Medi­en. «Zudem sei dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Kri­sen oft gar nicht vom betrof­fe­nen Unter­neh­men defi­niert wer­den, son­dern von der Öffent­lich­keit und den Medi­en» (Schmid, 2014, S. 284).

Hin­weis: Gewöh­nungs­ef­fekt. Die kon­ti­nu­ier­li­che Bericht­erstat­tung über Skan­da­le, Dra­men und Miss­stän­de ver­schiebt das Kri­sen­emp­fin­den. Vie­les, was frü­her als Kri­se galt, ist heu­te Nor­ma­li­tät – und umge­kehrt: «Eine sol­che Über­flu­tung mit meist nega­ti­ven Schlag­zei­len und Berich­ten über schein­ba­re und tat­säch­li­che Kri­sen hat zu einem höchst pro­ble­ma­ti­schen Gewöh­nungs­ef­fekt in der öffent­li­chen Wahr­neh­mung geführt, der tat­säch­li­chen Kri­sen nicht mehr die gebüh­ren­de Auf­merk­sam­keit zukom­men lässt» (Kry­stek, 2014, S. 32). Die Gewöh­nung ver­schiebt nicht nur die Wahr­neh­mung, son­dern auch Denk­mu­ster und Werthaltungen.

Nicht zuletzt hängt das Kri­sen­emp­fin­den vom Zeit­punkt, vom situa­ti­ven Kon­text und von der per­sön­li­chen Kri­sen­er­fah­rung ab. Wer bereits eine Kri­se erlebt hat, hat ein ande­res Kri­sen­be­wusst­sein; und je gegen­wär­ti­ger und näher eine Kri­se ist, desto bewuss­ter wird sie wahr­ge­nom­men. Das­sel­be gilt für die Ein­schät­zung sich abzeich­nen­der oder pro­gno­sti­zier­ter Kri­sen – das kol­lek­ti­ve Gedächt­nis ver­gisst schnell, wie das Emp­fin­den der Bevöl­ke­rung gegen­über einem mög­li­chen Aus­bruch des Vesuvs zeigt.

Missstand

Ein Zustand wird von Betrof­fe­nen, Invol­vier­ten oder Inter­es­sier­ten als nega­tiv emp­fun­den. Der Miss­stand ist die Wahr­neh­mungs­sei­te des Pro­blems: Erst wenn ein Sach­ver­halt als nega­tiv gedeu­tet wird, ent­steht aus ihm eine Kri­se.

Unerfüllte Erwartungen

Von einer Unter­neh­mens­kri­se sind in der Regel eine oder meh­re­re Bezugs­grup­pen betrof­fen. Für den Kri­sen­ver­lauf – Ebe­ne 3 der Kri­sen­ver­laufs­kar­te – wie für die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie ist bedeut­sam, mit wel­cher Inten­si­tät und unter wel­chen Aspek­ten Bezugs­grup­pen die Kri­se wahr­neh­men und wel­che Rol­le sie dabei der Orga­ni­sa­ti­on zuschreiben.

Erwartungen und Ansprüche von Bezugsgruppen

Bezugs­grup­pen haben Erwar­tun­gen und Ansprü­che an eine Orga­ni­sa­ti­on. Gene­rell wird erwar­tet, dass sie sich an Geset­ze und all­ge­mein aner­kann­te Nor­men hält. Je nach Bezugs­grup­pe wer­den die­se unter­schied­lich prio­ri­siert; dazu kom­men spe­zi­fi­sche Ansprü­che. Mit­ar­bei­ten­de erwar­ten gute Arbeits­be­din­gun­gen und einen gerech­ten Lohn, die Kund­schaft ein gutes Preis-Lei­stungs-Ver­hält­nis und ein­wand­freie Produkte.

Die Krise als Folge unerfüllter Erwartungen

Von einer Unter­neh­mens­kri­se lässt sich spre­chen, wenn die Orga­ni­sa­ti­on aus Sicht einer oder meh­re­rer Bezugs­grup­pen die Erwar­tun­gen nicht oder nicht mehr erfüllt. Uner­füll­te Erwar­tun­gen erge­ben sich aus einer Dis­kre­panz zwi­schen Wahr­ge­nom­me­nem und Erwar­te­tem. Sie lösen Emo­tio­nen wie Ent­täu­schung aus und beein­flus­sen das Ver­hal­ten der Bezugs­grup­pen, meist zuun­gun­sten der Organisation.

Bei­spie­le: Die Finanz­ge­mein­de erwar­te­te vom Unter­neh­men X für das Jahr 2022 einen Gewinn von 20 Mio. Fran­ken; erwirt­schaf­tet wur­de ein Ver­lust von 10 Mio. Fran­ken. Oder: Die Kund­schaft erwar­te­te einen PC, der min­de­stens zwei Jah­re ein­wand­frei funk­tio­niert; bereits nach einem Jahr fällt die Gra­fik­kar­te aus.

Betroffenheit

Bedin­gung für eine Unter­neh­mens­kri­se ist die Betrof­fen­heit der Orga­ni­sa­ti­on in dem Sin­ne, dass ihre Exi­stenz sub­stan­zi­ell und nach­hal­tig gefähr­det ist (Kry­stek, 1987, S. 6 f.; Bruhn). Nicht von unge­fähr ist die Betrof­fen­heit ein zen­tra­les Merk­mal eines Issues mit Kri­sen­po­ten­zi­al. Offen­sicht­lich ist sie bei einer Finanz­kri­se oder bei einem Maschi­nen­aus­fall – auf der Pro­blem­ebe­ne der Kri­sen­ver­laufs­kar­te.

Auf der Kri­sen­ver­laufs­kar­te wer­den der Orga­ni­sa­ti­on auf den ein­zel­nen Ebe­nen ver­schie­de­ne Rol­len zuge­wie­sen; ent­spre­chend kann sie in ver­schie­de­ner Hin­sicht betrof­fen sein. Sie kann de fac­to Opfer eines Hacker­an­griffs sein (Pro­blem­ebe­ne); die Medi­en kön­nen ihr die Schuld an einem Betriebs­un­fall geben (media­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ebe­ne); Bezugs­grup­pen kön­nen über ein neu­es Pro­dukt ent­täuscht sein, das Ver­trau­en ver­lie­ren (Ebe­ne der öffent­li­chen Wahr­neh­mung) und die Pro­duk­te nicht mehr kau­fen (Ver­hal­tens­ebe­ne der Anspruchsgruppen).

Betroffenheit und unerfüllte Erwartungen

Vie­le Kri­sen zeich­nen sich dadurch aus, dass die Orga­ni­sa­ti­on aus Sicht min­de­stens einer Stake­hol­der-Grup­pe die Erwar­tun­gen nicht erfüllt. Die­se Dis­kre­panz zwi­schen wahr­ge­nom­me­nem Sein und Soll hängt mit der Repu­ta­ti­on zusam­men und wirkt sich auf das Fol­ge­ver­hal­ten der Bezugs­grup­pen aus.

Betroffenheit und Bereitschaft zur Prävention

Die Betrof­fen­heit ist auch ein Indi­ka­tor für den Bereit­schafts­grad zur Kri­sen­prä­ven­ti­on. Fehlt sie, bleibt das Inter­es­se an prä­ven­ti­ven Mass­nah­men aus – selbst wenn bekannt ist, dass die Kri­se bevor­steht. Typi­sche Bei­spie­le sind der von Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern ange­kün­dig­te Vesuv­aus­bruch und die sich in der Schweiz anbah­nen­de Kri­se durch den Über­tritt der gebur­ten­star­ken Jahr­gän­ge ins Pen­si­ons­al­ter. In bei­den Fäl­len ken­nen die ver­ant­wort­li­chen Instan­zen das Risi­ko und kön­nen es abschät­zen – und set­zen den­noch ande­re The­men auf die Agen­da. Die­sel­be Gesetz­mäs­sig­keit zeigt sich in Orga­ni­sa­tio­nen, die mit schlei­chen­den Kri­sen kon­fron­tiert sind.

Öffentliches Interesse

Unter­neh­mens­kri­sen, ins­be­son­de­re media­le Kri­sen, sind von öffent­li­chem Inter­es­se. Die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft spricht von einem Issue (Reiz­the­ma), wenn ein Sach­ver­halt sowohl von öffent­li­chem Inter­es­se ist als auch die Orga­ni­sa­ti­on betrifft.

Das öffent­li­che Inter­es­se spie­gelt sich in der Inten­si­tät, mit der die Medi­en über das Pro­blem berich­ten. Möhr­le unter­schei­det danach drei Kri­sen­ty­pen: die schlei­chen­de, die peri­odi­sche und die erup­ti­ve Kri­se.

Emotionalität

Emo­tio­nen sind star­ke Trieb­fe­dern mensch­li­chen Han­delns und Ver­hal­tens. Psy­cho­lo­gie und Phi­lo­so­phie strei­ten seit Jahr­hun­der­ten über die genaue Bedeu­tung des Begriffs. Dani­el Gole­man (2020, S. 363) ver­steht dar­un­ter ein «Gefühl mit dem ihm eige­nen Gedan­ken, psy­cho­lo­gi­schen und bio­lo­gi­schen Zustän­den sowie den ihm ent­spre­chen­den Hand­lungs­be­reit­schaf­ten»; ver­wand­te Begrif­fe sind Stim­mun­gen und Tem­pe­ra­men­te (Gole­man, 2020, S. 365). Man kennt Hun­der­te von Emo­tio­nen, die sich in Grund­fa­mi­li­en ord­nen las­sen – hier ori­en­tiert an Robert Plut­chiks Rad der Emotionen.

Emo­tio­nen spie­len im Kri­sen­kon­text in drei­er­lei Hin­sicht eine zen­tra­le Rolle:

  • Im Manage­ment. Ent­schei­de in Kri­sen wer­den unter Zeit­druck und in Situa­tio­nen der Unge­wiss­heit gefällt. Das erfor­dert schnel­les Den­ken (Kah­ne­man, 2011) bezie­hungs­wei­se Intui­ti­on, was Gole­man (2020) der emo­tio­na­len Intel­li­genz zuord­net. Emo­tio­na­le Intel­li­genz ist eben­so Vor­aus­set­zung, um gegen­über den Medi­en zu bestehen: Emo­tio­nen äus­sern sich in Mimik und Gestik und beein­flus­sen den Ver­lauf eines Gesprächs wie die Wir­kung auf das Publi­kum, meist unbewusst.
  • Auf der media­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ebe­ne. Emo­tio­nen sind Kri­sen­trei­ber. Sie wer­den über emo­ti­ve The­men und Nach­rich­ten­kri­te­ri­en, über Framing, Wort­wahl und rhe­to­ri­sche Stil­mit­tel bewusst instru­men­ta­li­siert – um zu skan­da­li­sie­ren, zu dra­ma­ti­sie­ren oder Kon­flik­te zu verstärken.
  • Auf der Ebe­ne von Wahr­neh­mung und Mei­nungs­bil­dung. Infor­ma­tio­nen über Kri­sen wer­den in der Öffent­lich­keit nicht ratio­nal «ver­daut», son­dern schü­ren Emo­tio­nen wie Angst oder Wut.

Emo­tio­nen als Kri­sen­aus­lö­ser und Krisentreiber

Emotionen als Krisenauslöser
Emo­tio­nen als Kri­sen­aus­lö­ser und Krisentreiber

Struktur und Verlauf

Komplexität

Kri­sen haben meist meh­re­re Ursa­chen und die mit­ein­an­der zusam­men­hän­gen­den Kri­sen­bau­stei­ne kön­nen zeit­lich gestaf­felt wie auch gemein­sam auf­tre­ten und sich zeit­lich über­la­gern. (Herbst, 2003, S. 24)

Kri­sen tre­ten sel­ten allein und iso­liert auf. Sie zei­gen sich mit unter­schied­li­chen Gesich­tern und haben mei­stens meh­re­re Ursa­chen; im KMK-Kon­zept heis­sen die­se Kri­sen­bau­stei­ne. «Vie­le ihrer […] Aspek­te sind mit­ein­an­der ver­bun­den und lösen oft eine Ket­ten­re­ak­ti­on durch meh­re­re Kri­sen­fa­mi­li­en [Kri­sen­bau­stei­ne] aus» (Car­rel, 2004, S. 64).

So kann ein pro­ble­ma­ti­sches Ereig­nis das Inter­es­se der Medi­en wecken; das Pro­blem offen­bart sich der Öffent­lich­keit als Miss­stand. Reak­tio­nen und Gegen­re­ak­tio­nen der Öffent­lich­keit, der Poli­tik, der Behör­den und der Orga­ni­sa­ti­on fol­gen, lösen eine wei­te­re Ket­te von Ereig­nis­sen aus und wecken die Neu­gier der Medi­en. Die Öffent­lich­keit wird sen­si­bi­li­siert, ver­liert das Ver­trau­en, die Kund­schaft wen­det sich von den Pro­duk­ten ab. Die resul­tie­ren­den Ver­kaufs­ein­bus­sen oder der Akti­en­ein­bruch ver­stär­ken das bestehen­de Pro­blem oder schaf­fen neue.

Kri­sen wie die VW-Die­sel­af­fä­re oder der Reak­tor­un­fall Fors­mark brin­gen Pro­zess­haf­tig­keit und Kom­ple­xi­tät mit aller Deut­lich­keit zum Aus­druck. Sie zei­gen zudem:

  • dass sich Kri­sen aus ein­zel­nen Kri­sen­bau­stei­nen zusammensetzen;
  • dass die ein­zel­nen Pro­zes­se auf unter­schied­li­chen Akti­ons­ebe­nen statt­fin­den (Bae­ris­wyl, 2018, S. 43);
  • dass ver­schie­de­ne Instan­zen Ver­lauf und Aus­gang mitbestimmen.

Im pro­ak­ti­ven Kri­sen­ma­nage­ment offen­bart sich die Kom­ple­xi­tät bei der Erstel­lung von Szenarien.

Szenario mit zusammenhängenden Krisenbausteinen
Sze­na­rio «Unter­su­chungs­rich­ter im Haus»: zusam­men­hän­gen­de Bau­stei­ne – Ursa­chen und mög­li­che Folgen

Sze­na­rio «Unter­su­chungs­rich­ter im Haus»: zusam­men­hän­gen­de Bau­stei­ne – Ursa­chen und mög­li­che Folgen

Negative Ereigniskette

Der Zustand ent­steht meist durch eine Abfol­ge unge­woll­ter, unge­plan­ter Ereig­nis­se und Hand­lun­gen. Die ein­zel­nen Glie­der die­ser Ket­te sind die Kri­sen­bau­stei­ne; ihre Ver­ket­tung unter­schei­det die Kri­se vom sin­gu­lä­ren Zwischenfall.

Dynamischer Prozess

Kri­sen sind Pro­zes­se, die eine enor­me, nur schwer kon­trol­lier­ba­re Eigen­dy­na­mik ent­wickeln und sich nach dem Aus­lö­sen kaum noch stop­pen las­sen – ver­gleich­bar dem Dominoeffekt.

Der Schwei­zer Mund­art­sän­ger Mani Mat­ter (1936–1972) beschreibt die­ses Phä­no­men auf humo­ri­sti­sche Art in sei­nem Lied «Ds Zünd­hölz­li». Es ver­deut­licht, wie ein Ein­zel­er­eig­nis eine Ket­ten­re­ak­ti­on nega­ti­ver Fol­ge­er­eig­nis­se und Fehl­hand­lun­gen aus­lö­sen kann, die schliess­lich in einer Kata­stro­phe endet.

Der Domi­no­ef­fekt zeigt sich deut­lich in Kri­sen, die bei einer ein­zel­nen Orga­ni­sa­ti­on begin­nen und zur Bran­chen­kri­se aus­ufern – etwa die Asbest­kri­se oder die Kri­se der Schwei­zer Uhren­in­du­strie. Eben­so kön­nen anfäng­lich loka­le Kri­sen sich regio­nal ver­brei­ten und schliess­lich inter­na­tio­na­les Aus­mass anneh­men, wie die Sub­prime­kri­se der Jah­re 2007 und 2008 oder der BSE-Skan­dal, der in Gross­bri­tan­ni­en ent­deckt wur­de und sich in wei­te­ren euro­päi­schen Län­dern verbreitete.

Schwer kontrollierbare Entwicklung

Der Umgang mit einer Kri­se lässt sich auf­grund der übri­gen Merk­ma­le nicht bis ins letz­te Detail pla­nen. Es braucht pro­jek­ti­ves Den­ken in Sze­na­ri­en, vor­be­hal­te­ne stra­te­gi­sche Ent­schlüs­se und vor­be­rei­ten­de Mass­nah­men, um rasch und den­noch über­legt reagie­ren zu kön­nen. Ohne Vor­be­rei­tung ist das Risi­ko hoch, dass die Kri­se zuun­gun­sten der Orga­ni­sa­ti­on aus­ser Kon­trol­le gerät.

Dies muss­te die Bas­ler Phar­ma­in­du­strie mit der Che­mie­ka­ta­stro­phe Schwei­zer­hal­le im Jahr 1986 erfah­ren. Der Fall wird bis heu­te in den Medi­en auf­ge­nom­men und in der Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on the­ma­ti­siert, weil er sich im Nach­hin­ein nicht nur als gros­se Umwelt­ka­ta­stro­phe, son­dern eben­so als Super-GAU des Kri­sen­ma­nage­ments und der Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on her­aus­ge­stellt hat – sei­tens des Unter­neh­mens wie sei­tens der Behörden.

Ein wei­te­res Bei­spiel ist die Coro­na-Epi­de­mie mit der par­al­lel lau­fen­den Info­de­mie rund um das Virus; das­sel­be gilt für Seu­chen und die damit ver­bun­de­ne Mas­sen­hy­ste­rie gene­rell. Schwer kon­trol­lier­bar sind eben­so Natur­ka­ta­stro­phen wie Lawi­nen oder vom Men­schen ver­ur­sach­te Umweltprobleme.

Einzigartigkeit

Jede Kri­se ist ein­zig­ar­tig und nimmt zuwei­len einen uner­war­te­ten Ver­lauf, der von Zufäl­len oder spe­zi­el­len Rah­men­be­din­gun­gen bestimmt ist. Ein Para­de­bei­spiel lie­fert der Sport­ar­ti­kel­her­stel­ler Puma mit den zer­ris­se­nen Leib­chen der Schwei­zer Spie­ler wäh­rend der Euro­pa­mei­ster­schaft 2016 (Bae­ris­wyl & Göt­te, 2020, S. 97 ff.).

Ach­tung: Des­halb ist sowohl bei der Kri­sen­vor­be­rei­tung als auch beim reak­ti­ven Kri­sen­ma­nage­ment Vor­sicht gebo­ten, vor­be­halt­los Kon­zep­te aus einem ver­gan­ge­nen Kri­sen­fall abzu­lei­ten oder zu über­neh­men. Das kann beim Ein­tre­ten der Kri­se die Fle­xi­bi­li­tät und das intui­ti­ve Den­ken (Kah­ne­man, 2011) hemmen.

Weder geplant noch gewollt

Auch wenn eine Kri­se zuwei­len als Chan­ce gedeu­tet wird – will­kom­men ist sie nie. Eine Unter­neh­mens­kri­se ist von der betrof­fe­nen Orga­ni­sa­ti­on, mit weni­gen Aus­nah­men, weder geplant noch gewollt.

Offen­sicht­lich wird dies bei grös­se­ren Unfäl­len und Natur­ka­ta­stro­phen, etwa bei der Umwelt­ka­ta­stro­phe von Brig-Glis im Ober­wal­lis im Jahr 1993:

Am Frei­tag und Sams­tag, 24./25. Sep­tem­ber, wur­de die am Fluss des Sim­plons lie­gen­de Klein­stadt [Brig] nach wochen­lan­gen Regen­fäl­len von dem die bei­den Stadt­tei­le tren­nen­den Flüss­chen Sal­ti­na über­flu­tet. Der Bach Gam­sa, vier Kilo­me­ter wei­ter west­lich, ver­liess eben­falls sein Bett und konn­te nur mit gros­sem Auf­wand dar­an gehin­dert wer­den, sei­nen Lauf durch das zur Gemein­de Brig-Glis gehö­ren­de Dorf Gam­sen zu bah­nen. Wei­te Tei­le des nahe­ge­le­ge­nen Indu­strie­quar­tiers fie­len jedoch den Was­ser­mas­sen zum Opfer. (Wyer, 1996, S. 14)

Zu den gröss­ten Natur­ka­ta­stro­phen gehö­ren Wald­brän­de, Erd­be­ben, Lawi­nen, Tor­na­dos, tro­pi­sche Wir­bel­stür­me und Überschwemmungen.

Zeitliche Befristung

Jede Kri­se hat ein Ende. Nur weiss man sel­ten wann.

Das Merk­mal der zeit­li­chen Befri­stung trifft vor allem auf erup­ti­ve Kri­sen zu (Bae­ris­wyl, 2018, S. 31 ff.), die urplötz­lich in ihrer gan­zen Inten­si­tät prä­sent sind und deren Medi­en­re­so­nanz innert weni­ger Wochen abflacht. Klas­si­sche Bei­spie­le sind Natur­ka­ta­stro­phen wie Wald­brän­de, Erd­be­ben oder Lawinen.

Die im Fall Schwei­zer­hal­le ange­spro­che­nen Mass­nah­men der Kri­sen­vor­be­rei­tung erhö­hen die Chan­ce, im Ernst­fall schnell zu agie­ren (Bae­ris­wyl, 2018, S. 187). Das gilt vor allem für Kri­sen, die sich im Inter­net abspie­len: Orga­ni­sa­to­ri­sche Vor­be­rei­tungs­mass­nah­men zur Bewäl­ti­gung eines Shits­torms ermög­li­chen es, die rele­van­ten Bezugs­grup­pen innert Minu­ten zu erreichen.

Hin­weis: Schnel­les Han­deln setzt schnel­les Den­ken und Intui­ti­on vor­aus. Das hat nichts mit über­stürz­tem oder unüber­leg­tem Han­deln zu tun; tref­fen­der ist der Begriff zeit­ge­rech­tes Han­deln.

Abweichung vom Normalzustand

Die Kri­se unter­bricht die ordent­li­che Lage. Sie ist der Aus­nah­me­zu­stand gegen­über einem als nor­mal gel­ten­den Betrieb – und wird als Kri­se erst erkenn­bar, wo die­ser Nor­mal­zu­stand als Refe­renz besteht.

Ausgang

Ungewissheit

Zeit­punkt, Dau­er, Inten­si­tät und Aus­wir­kun­gen einer Kri­se sind schwer ein­schätz­bar. Die Unge­wiss­heit ist nicht bloss ein Begleit­um­stand, son­dern eine eige­ne kom­mu­ni­ka­ti­ve Grös­se: Sie erzeugt bei den Betrof­fe­nen ein Informations‑, nicht ein Urteils­be­dürf­nis – und begrün­det damit die Rei­hen­fol­ge von Instruk­ti­ons- vor Reputationskommunikation.

Ambivalenter Ausgang

Eine Kri­se kann je nach Aus­gang eine Chan­ce oder eine Gefahr dar­stel­len. Vor und wäh­rend der Kri­se herrscht ein hohes Mass an Unge­wiss­heit, wie sie enden wird.

Der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft­ler Klaus Mer­ten unter­schei­det mit Blick auf den Sta­tus quo ante vier Ausgangsmöglichkeiten:

  • die Wie­der­erlan­gung des Sta­tus quo ante;
  • eine Ver­bes­se­rung gegen­über dem Sta­tus quo ante;
  • eine Ver­schlech­te­rung gegen­über dem Sta­tus quo ante;
  • im schlimm­sten Fall den Umschlag der Kri­se in eine Kata­stro­phe.

Typi­scher Kri­sen­ver­lauf nach Klaus Merten

Typischer Krisenverlauf nach Klaus Merten
Typi­scher Kri­sen­ver­lauf nach Klaus Merten

Möglichkeit der Katastrophe als Bedingung

Kri­se ist durch­aus eine Chan­ce; man muss ihr nur den bit­te­ren Bei­geschmack der Kata­stro­phe neh­men. (Max Frisch)

Auch wenn der Aus­gang ambi­va­lent ist: Die Mög­lich­keit der Kata­stro­phe ist die Bedin­gung dafür, dass eine Kri­se über­haupt als sol­che wahr­ge­nom­men wird.

Der Begriff Kata­stro­phe stammt aus dem Grie­chi­schen und bedeu­tet Umwen­dung. Er steht als Syn­onym für ein schwe­res Unglück oder den Zusam­men­bruch; die Medi­en ver­wen­den dafür Begrif­fe wie GAU, Super-GAU, Worst Case oder Grounding.

Aus betriebs­wirt­schaft­li­cher Sicht ist eine Kata­stro­phe dann ein­ge­tre­ten, wenn äus­se­re Rah­men­be­din­gun­gen wie recht­li­che Erlas­se oder inter­ne Vor­aus­set­zun­gen wie Streiks oder Maschi­nen­de­fek­te die Hand­lungs­frei­heit der Orga­ni­sa­ti­on so stark ein­schrän­ken, dass sie ihre Ziel­set­zun­gen nicht mehr errei­chen kann und ihre Exi­stenz gefähr­det ist (Bruhn).

Umgangs­sprach­lich wer­den Natur­er­eig­nis­se mit Scha­dens­fol­gen und gra­vie­ren­de Unfäl­le als Kata­stro­phen bezeich­net, weil sie für die betrof­fe­ne Bevöl­ke­rung – Mit­ar­bei­ten­de, Insas­sen, Regi­on – unmit­tel­bar in die Kata­stro­phe führen.

Ach­tung: Begriff­li­che Über­zeich­nung. Land­läu­fig wer­den auch klei­ne­re pro­ble­ma­ti­sche Ereig­nis­se als Kri­sen oder Kata­stro­phen bezeich­net, um die Pro­ble­ma­tik zu beto­nen. So wer­ten die Medi­en die sich abzeich­nen­den Kli­ma­ver­hält­nis­se als Kli­ma­ka­ta­stro­phe. Streng genom­men han­delt es sich nicht um eine Kata­stro­phe, son­dern in gewis­sen Regio­nen um eine bereits exi­sten­te, in ande­ren um eine sich anbah­nen­de Kri­se – die in eine Kata­stro­phe im Sin­ne der Exi­stenz­ge­fähr­dung mün­den könn­te, wenn nichts unter­nom­men wird. Das­sel­be gilt für klei­ne, an sich lös­ba­re Pro­duk­ti­ons­pro­ble­me oder Unfäl­le, die in den Medi­en vor­schnell als Kata­stro­phe oder Super-GAU pro­ble­ma­ti­siert wer­den. Gera­de die­se media­len Über­zeich­nun­gen kön­nen den Miss­stand ver­stär­ken oder eine Kri­se erst auslösen.

Aus makro­öko­no­mi­scher Sicht ist die Kata­stro­phe ein zwei­schnei­di­ges Schwert – des einen Leid, des ande­ren Freud. In einem gesät­tig­ten Markt mit kon­stan­ter Nach­fra­ge bedeu­tet der Ver­lust von Markt­an­tei­len einer kri­sen­ge­schüt­tel­ten Orga­ni­sa­ti­on für die Kon­kur­renz einen Zuge­winn. Selbst bei Umwelt­ka­ta­stro­phen gilt die­ses Prin­zip der Umver­tei­lung: Ein Tsu­na­mi zer­stört die Tou­ris­mus­bran­che, beschäf­tigt aber die Bau­bran­che. Ein Shits­torm scha­det der Repu­ta­ti­on, gibt der Kund­schaft aber auch die Chan­ce auf bes­se­re Pro­duk­te. Die Umwelt­ka­ta­stro­phe im Golf von Mexi­ko 2010 – Deep­wa­ter Hori­zon (Bae­ris­wyl, 2018, S. 51) – war ein Schlag auf die Repu­ta­ti­on der gesam­ten Erd­öl­bran­che und hat­te für BP eine emp­find­li­che Bus­se zur Fol­ge; für die erneu­er­ba­ren Ener­gien bedeu­te­te der Unfall eine Chance.

Bedeutung im KMK-System

Die Merk­ma­le ope­ra­tio­na­li­sie­ren den Kri­sen­be­griff für die Ana­ly­se. In der ADAM-Kon­text­ana­ly­se die­nen sie der Lage­be­ur­tei­lung. In FRAMI zei­gen Unge­wiss­heit und Emo­tio­na­li­tät an, wel­che Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis­se und Gefühls­la­gen die Kom­mu­ni­ka­ti­on adres­sie­ren muss – Grund­la­ge des Basis-Pro­to­kolls aus Instruk­ti­ons- und Adjusting-Information.

Metho­disch bedeut­sam ist die Rei­hen­fol­ge im Kri­sen­rad: Weil das erste Merk­mal die sub­jek­ti­ve Ein­schät­zung ist, ist die Fest­stel­lung «hier liegt eine Kri­se vor» selbst ein Befund über Wahr­neh­mung und nicht über den Sach­ver­halt. Das Ebe­nen­mo­dell des Systems hält die­se Unter­schei­dung durch – Befund, Deu­tung und Pro­gno­se blei­ben getrennt.

Ver­wand­te Ein­trä­ge: Kri­se · Kata­stro­phe · Kri­sen­bau­stei­ne · Kri­sen­ver­laufs­kar­te · Issue (Reiz­the­ma) · Erwar­tungs­hal­tung · Betrof­fen­heit der Anspruchs­grup­pen · Emo­tio­nen (Gefüh­le) · Emo­tio­na­le Intel­li­genz · Lage, aus­ser­or­dent­li­che · Shits­torm · Medi­en­re­so­nanz · Fehl­ver­hal­ten · Stake­hol­der-Publics · Ver­trau­en

Änderungsprotokoll

Ver­si­onDatumÄnde­rung
3.014.08.2026Die drei­zehn Sei­ten mit dem Titel­prä­fix «Merk­ma­le:» wur­den in die­sen Ein­trag inte­griert. Die Merk­ma­le sind neu in drei Grup­pen geord­net – Wahr­neh­mung und Deu­tung, Struk­tur und Ver­lauf, Aus­gang – und um eine Über­sichts­ta­bel­le mit Prüf­fra­gen ergänzt. Die vier Merk­ma­le der bis­he­ri­gen Liste ohne eige­ne Sei­te (Miss­stand, nega­ti­ve Ereig­nis­ket­te, Unge­wiss­heit, Abwei­chung vom Nor­mal­zu­stand) sind erhal­ten. Drei Abbil­dun­gen aus den Aus­gangs­sei­ten wur­den über­nom­men und dabei von der Vor­schau­do­main auf krisenkom.ch umgehängt.
2.018.07.2026Fas­sung mit Krisenrad-Liste.