Version 2.0 · Stand: 16.09.2026
Interne Kommunikation umfasst die Kommunikation innerhalb einer Organisation – unter den Mitarbeitenden ebenso wie zwischen Management und Mitarbeitenden. Ihr zentraler Bestandteil ist die Mitarbeiterkommunikation. Sie ist ein Element der integrierten Unternehmenskommunikation.
Interne Kommunikation als Element der integrierten Kommunikation (in Anlehnung an A. Zerfass)
Medien der internen Kommunikation
Man unterscheidet gemeinhin zwischen Informationsmedien, die primär die Prozessabläufe und die Koordination sicherstellen, und Dialogmedien, die eher der Pflege der Unternehmenskultur (Corporate Culture) dienen und damit der Identifikation und Motivation der Mitarbeitenden.
Klassische Instrumente der internen Kommunikation sind persönliche Gespräche, Veranstaltungen (Sitzungen, Versammlungen), die Mitarbeiterzeitschrift, das Anschlagbrett und die Dienste des Intranets, dessen Bedeutung in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Gemäss einer Umfrage bei den deutschen DAX-Unternehmen aus dem Jahr 2004 wollte ein «Drittel der befragten Kommunikationsverantwortlichen (34 %) […] das unternehmenseigene Intranet ausbauen und die Weiterentwicklung dieses zentralen internen Kommunikationsinstrumentes vorantreiben […]» (Mast, 2005, S. 4).
Ist die formelle Kommunikation Voraussetzung für das Funktionieren des Betriebs, so ist die dialogische Kommunikation das zentrale Instrument zur Förderung der Unternehmenskultur, der Motivation der Mitarbeitenden und der Prävention von Mobbing und internen Gerüchten.
Interne Kommunikation in der Krise
Die Mitarbeitenden spielen auf den verschiedenen Ebenen der Krisenverlaufskarte eine Schlüsselrolle, sowohl als Krisenverstärker wie auch für die Krisenbewältigung. Vertrauen – und damit verbunden Motivation, Treue und Identifikation mit dem Unternehmen – ist deshalb in der proaktiven Krisenkommunikation ebenso wichtig wie bei der Bewältigung einer Krise.
Im Kontext der Krise ist der Mitarbeiterkommunikation besondere Beachtung zu schenken. In einem schlechten Betriebsklima kann die Kommunikation unter den Mitarbeitenden auch eine Gefahr darstellen: Sie wirkt als Krisenverstärker, etwa über Gerüchte, oder löst eine Krise sogar selbst aus (siehe Shitstorm).
Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)
Für die Krisenkommunikation folgt daraus eine Reihenfolge: Die eigenen Mitarbeitenden sollten von einer Krise nicht erst aus den Medien erfahren. Wer intern zu spät oder zu wenig informiert, überlässt die Deutung dem Gerücht und riskiert, dass die eigene Belegschaft – mit der Glaubwürdigkeit der Innensicht – nach aussen als Krisenverstärker auftritt. Die interne Kommunikation ist in der Krise damit nicht nachgelagert, sondern Teil der ersten Reaktion.
Literatur
Noch zu verifizieren 🔴: Mast (2005), im Text zitiert mit S. 4; der vollständige Nachweis fehlt. Die Vorlage der Abbildung (A. Zerfass) ist ohne Jahr und Titel angegeben.