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Ver­si­on 2.0 · Stand: 27.07.2026

Inte­grier­te Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on ver­steht sich als ganz­heit­li­cher Ansatz der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Zweck, die inter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on, die gesell­schafts­ori­en­tier­te Kom­mu­ni­ka­ti­on (Public Rela­ti­ons, Public Affairs) und die Mar­ke­ting­kom­mu­ni­ka­ti­on unter «ein gemein­sa­mes Dach» zu brin­gen. Grund­prin­zi­pi­en sind Koor­di­na­ti­on, Kon­si­stenz und Ein­heit­lich­keit des Erscheinungsbilds.

Interne, gesellschaftsorientierte und Marktkommunikation

Einordnung

Bekann­te Ver­tre­ter im deutsch­spra­chi­gen Raum sind Man­fred Bruhn und Ans­gar Zer­fass. Bruhn (2014) defi­niert Inte­grier­te Kom­mu­ni­ka­ti­on als «Pro­zess der Ana­ly­se, Pla­nung, Orga­ni­sa­ti­on, Durch­füh­rung und Kon­trol­le, der dar­auf aus­ge­rich­tet ist, aus den dif­fe­ren­zier­ten Quel­len der inter­nen und exter­nen Kom­mu­ni­ka­ti­on eine Ein­heit her­zu­stel­len, um ein für die Ziel­grup­pen der Kom­mu­ni­ka­ti­on kon­si­sten­tes Erschei­nungs­bild über das Unter­neh­men bzw. ein Bezugs­ob­jekt des Unter­neh­mens zu ver­mit­teln». Wäh­rend Bruhn Cor­po­ra­te Iden­ti­ty und Manage­ment in den Vor­der­grund stellt, akzen­tu­iert Zer­fass (2014) die gesell­schafts­ori­en­tier­te Kom­po­nen­te und den Dia­log mit den Stakeholdern.

Unternehmenskommunikation und digitale Transformation

Die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on stellt die inte­grier­te Kom­mu­ni­ka­ti­on vor neue Her­aus­for­de­run­gen. Rosen­ber­ger, Nie­der­häu­ser und Krä­mer (2023) bün­deln ihre lang­jäh­ri­ge For­schung in zehn Leit­sät­zen – dar­un­ter: Die Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on muss die Digi­ta­li­sie­rung der Kom­mu­ni­ka­ti­on und die Kom­mu­ni­ka­ti­on der Digi­ta­li­sie­rung vor­an­trei­ben; Agi­li­tät und Geschwin­dig­keit wer­den zu neu­en Wer­ten; KI-gestütz­te Appli­ka­tio­nen ver­än­dern Ana­ly­se, Mes­sa­ging und Design grund­le­gend; die Inte­gra­ti­on der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­funk­tio­nen nimmt wei­ter zu (Zusam­men­ar­beit mit HR, Mar­ke­ting, IT); das Bin­den und Befä­hi­gen von Mit­ar­bei­ten­den wird zur Kern­auf­ga­be; das Poten­zi­al von Mul­ti­pli­ka­to­ren ist regel­mäs­sig zu über­prü­fen; Moni­to­ring und Listening sichern die Out­side-In-Per­spek­ti­ve; Daten­nut­zung und ‑sicher­heit ber­gen beträcht­li­ches Kri­sen­po­ten­zi­al; und der Kampf um Auf­merk­sam­keit ver­langt digi­tal funk­tio­nie­ren­de Narrative.

Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)

In der Kri­se wird die inte­grier­te Sicht zur Über­le­bens­fra­ge: Wider­sprü­che zwi­schen inter­ner Kom­mu­ni­ka­ti­on, Medi­en­ar­beit und Markt­kom­mu­ni­ka­ti­on wer­den von Medi­en und Stake­hol­dern als Inkon­si­stenz gele­sen und unter­gra­ben die Glaub­wür­dig­keit der Gesamt­re­ak­ti­on (→ Glaub­wür­dig­keit). Die Grund­sät­ze der Kom­mu­ni­ka­ti­on im KMK-System ver­lan­gen des­halb One Voice über alle Hand­lungs­fel­der hin­weg – bei ziel­grup­pen­spe­zi­fi­scher Aus­ge­stal­tung der Bot­schaf­ten (→ Hand­lungs­fel­der, → Ziel­grup­pe, → Inter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on).

Literatur

Bruhn, M. (2014). Inte­grier­te Unter­neh­mens- und Mar­ken­kom­mu­ni­ka­ti­on: Stra­te­gi­sche Pla­nung und ope­ra­ti­ve Umset­zung (6. Aufl.). Schäf­fer-Poe­schel.
Rosen­ber­ger, N., Nie­der­häu­ser, M., & Krä­mer, K. (2023). Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on in der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on. ZHAW. https://doi.org/10.21256/zhaw-2808
Zer­fass, A. (2014). Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ma­nage­ment: Stra­te­gie, Manage­ment und Con­trol­ling. In A. Zer­fass & M. Piwin­ger (Hrsg.), Hand­buch Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on (2. Aufl., S. 21–79). Sprin­ger Gabler.