Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Social Listening bezeichnet als Aufgabe des Issues Management die systematische Beobachtung sozialer Medien auf Erwähnungen und Konversationen rund um die eigene Organisation – und die anschliessende Analyse dieser Inhalte, um Erkenntnisse zu gewinnen und Handlungsmöglichkeiten abzuleiten (Stewart & Arnold, 2018).
Einordnung
Social Listening ist ein zweistufiger Prozess: Schritt 1 – Überwachen der Kanäle auf Erwähnungen der eigenen Marke, der Mitbewerber, der Produkte und relevanter Keywords. Schritt 2 – Analyse und Umsetzung: von der Reaktion auf einzelne Kundenstimmen bis zur Neuausrichtung der Positionierung. Erst wenn aus den gesammelten Daten Massnahmen folgen, wird aus Beobachtung Listening. Die Abgrenzung zum Social Media Monitoring: Das Monitoring zählt Kennzahlen (Erwähnungen, Engagement), das Listening deutet die Stimmung hinter den Zahlen – hier kommt die Sentiment-Analyse ins Spiel. Gängige Werkzeuge sind etwa Talkwalker, Brandwatch, Synthesio oder Brand24.
Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)
Social Listening ist das Frühwarnsystem der Krisenprävention: Es macht schwache Signale sichtbar, bevor sie zu Empörungswellen werden, und liefert im Krisenfall Echtzeitdaten über Stimmungsverlauf und Akteure der Netzarena. Im KMK-System speist es die SCHNUFFI-Recherche für den Social-Media-Teil der Arena und markiert auf der Krisenverlaufskarte die Übergänge zwischen Latenz- und Akutphase.
Weiterführend
Praxisleitfaden: Hootsuite-Blog zum Social Listening
Literatur
Stewart, M. C., & Arnold, C. L. (2018). Defining social listening: Recognizing an emerging dimension of listening. International Journal of Listening, 32(2), 85–100. https://doi.org/10.1080/10904018.2017.1330656