Krisenvorbereitung (antizipatives Krisenmanagement)

20. Okto­ber 2021

Wem eine Kri­se droht, soll­te vor­her sei­ne Haus­auf­ga­ben gemacht und Vor­be­rei­tun­gen getrof­fen haben. Denn die gute alte Vogel-Strauss-Poli­tik, die noch immer weit­ver­brei­tet scheint, ist im Kri­sen­fall gefähr­li­cher denn je. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, soll­ten Ent­schei­der die Kom­mu­ni­ka­ti­on und das Defi­nie­ren von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­li­ni­en für den Kri­sen­fall rigo­ros zur Chef­sa­che erklä­ren. Sonst könn­te es leicht pas­sie­ren, dass der Inter­netor­kan schon Fahrt auf­ge­nom­men hat und der gan­ze Sand weg­ge­weht wird, in den der Vogel Strauss sei­nen Kopf stecken woll­te.“ (Stof­fels 2012, S. 102)

Die Kri­sen­vor­be­rei­tung gehört zur Kri­sen­prä­ven­ti­on. Sie beinhal­tet sämt­li­che in der ordent­li­chen Lage getrof­fe­nen Mass­nah­men und Instru­men­te, die dar­auf abzie­len, eine poten­zi­el­le Kri­se opti­mal zu bewältigen. 

“Wäh­rend im Rah­men der Kri­sen­prä­ven­ti­on Früh­warn­sy­ste­me ein­ge­setzt wer­den, um den Aus­bruch von Kri­sen zu ver­hin­dern, die­nen Mass­nah­men der Vor­be­rei­tung auf den aku­ten Fall dem geplan­ten und schnell koor­di­nier­ba­ren Ein­satz von Instru­men­ten der aku­ten Kri­sen­be­wäl­ti­gung.” (Schwarz & Löf­fel­holz, 2019, S. 4)

Obwohl jedes Kri­sen­fach­buch auf die Bedeu­tung der Kri­sen­vor­be­rei­tung hin­weist, wird in der Pra­xis die­sem Aspekt nach wie vor zu wenig Beach­tung geschenkt. Dies führt denn auch zu den bekann­ten Feu­er­wehr­übun­gen der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ab­tei­lun­gen mit dem ent­spre­chen­den Feh­ler­ri­si­ko. Einer der bekann­te­sten Fäl­le ist Schwei­zer­hal­le, als der Bas­ler Che­mie­kon­zern Ciba Gei­gy über Nacht völ­lig über­ra­schend mit einer öffent­lich-publi­zi­sti­schen Kri­se kon­fron­tiert wor­den ist.

Wir unter­schei­den zwi­schen Vor­be­rei­tun­gen auf stra­te­gisch-kon­zep­tio­nel­ler Ebe­ne, orga­ni­sa­tio­nel­len Mass­nah­men, Vor­be­rei­tungs­ar­bei­ten Kom­mu­ni­ka­ti­on & Medi­en sowie Mass­nah­men bezüg­lich IT-Infrastruktur.

Vorbereitung auf strategisch-konzeptioneller Ebene (Szenarien und vorbehaltene Entschlüsse)

Zu den vor­be­rei­ten­den Mass­nah­men auf stra­te­gi­scher Ebe­ne gehö­ren die Bil­dung von Sze­na­ri­en, die Ablei­tung vor­be­hal­te­ner Ent­schlüs­se (mög­li­che Stra­te­gien) und das Üben mit simu­lier­ten Ernst­fäl­len auf der Basis der erar­bei­te­ten Szenarien.

Organisationale Massnahmen

Vor­be­rei­ten­de orga­ni­sa­to­ri­sche Mass­nah­men bezwecken vor allem zeit­ge­rech­te und koor­di­nier­te Abläu­fe – an erster Stel­le die Rege­lung des Infor­ma­ti­ons­flus­ses. Dazu braucht es nach Coombs „a plan, team and spo­kesper­son“ (Coombs 2010, S. 26). Der Kri­sen­plan (Kri­sen­hand­buch) und der Kri­sen­stab sind die bekann­te­sten und wohl wich­tig­sten orga­ni­sa­to­ri­schen Instru­men­te der Kri­sen­vor­be­rei­tung. (sie­he auch Schwarz & Löf­fel­holz, 2014, S. 5). Dazu gehören:

Instrumente & Massnahmen Kommunikation & Medien

Es han­delt sich um erster Linie um Mass­nah­men in instru­men­tel­ler Hin­sicht, die in den Ein­satz von for­mal bzw. tech­nisch stan­dar­di­sier­ten Instru­men­ten der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on ein­flies­sen kön­nen. (Schwarz & Löf­fel­holz, 2014, S. 5) Dazu gehören:

Instrumente & Massnahmen IT-Infrastruktur 

Im Inter­net­zeit­al­ter spielt auch die IT-Infra­struk­tur zur Sicher­stel­lung der über­le­bens­not­wen­di­gen Pro­zess­ab­läu­fe, aber auch zur Sicher­stel­lung der Infor­ma­ti­ons­pro­zes­se und der Kom­mu­ni­ka­ti­on wäh­rend der Kri­se nach Innen wie nach Aus­sen eine zen­tra­le Rol­le. Wie die aktu­el­len mili­tä­ri­schen Kon­flik­te zei­gen, kann die Stö­rung oder Zer­stö­rung der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­fra­struk­tur die ope­ra­ti­ve Füh­rung erschwe­ren, wenn nicht verunmöglichen.

Scroll to Top