Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

Kri­sen­frames ent­ste­hen auf der media­len Ebe­ne (Kri­sen­f­raming) und wer­den auf der Ebe­ne der öffent­li­chen Wahr­neh­mung akti­viert, indem (a) bestimm­te Pro­blem­aspek­te aus­ge­wählt und akzen­tu­iert wer­den (deskrip­ti­ve Frame-Ele­men­te) und (b) den Instan­zen Kri­sen­rol­len zuge­wie­sen wer­den (nor­ma­ti­ve Frame-Ele­men­te, ins­be­son­de­re die attri­bu­ier­te Ver­ant­wor­tung). Die aus­ge­wähl­ten Aspek­te und Rol­len wer­den durch wer­ten­de und emo­tio­na­li­sie­ren­de Spra­che ver­stärkt – Framing wirkt beim Rezi­pi­en­ten intui­tiv und weckt Emotionen.

Das Sche­ma basiert auf Ent­mans Ver­ständ­nis der Pro­blem­de­fi­ni­ti­on, erwei­tert es jedoch um die syste­ma­ti­sche Dif­fe­ren­zie­rung deskriptiv–normativ sowie um die affek­ti­ven Bedeutungsaspekte.

Abbildung 1: Situative Faktoren – deskriptive und normative Frame-Elemente mit Emotionen
Abbil­dung 1: Situa­ti­ve Fak­to­ren – deskrip­ti­ve und nor­ma­ti­ve Frame-Ele­men­te mit Emotionen

Deskriptive Frame-Elemente (Aspekte eines Problems)

Pro­blem · Ver­ur­sa­cher · Kon­flikt · Dra­ma und Opfer · Scha­den (Kata­stro­phe) · Schick­sal und Unfall (Zufall)

Abbildung 2: Deskriptive Frame-Elemente
Abbil­dung 2: Deskrip­ti­ve Frame-Elemente

Normative Frame-Elemente

Schuld-Frame · Kon­se­quen­zen-Frame (bezo­gen auf das Unter­neh­men) · Ver­ant­wor­tungs­zu­schrei­bung (→ Verantwortlichkeit)

Abbildung 3: Normative Frame-Elemente
Abbil­dung 3: Nor­ma­ti­ve Frame-Elemente

Von den Krisenframes und Emotionen zu den strategischen Zielen

Abbildung 4: Krisenframes, Emotionen und strategische Ziele
Abbil­dung 4: Kri­sen­frames, Emo­tio­nen und stra­te­gi­sche Ziele

Bedeutung im KMK-System

Die­ses Sche­ma ist die theo­re­ti­sche Klam­mer des FRAMI-Moduls: Die deskrip­ti­ven Frame-Ele­men­te ent­spre­chen dem Codier­sy­stem deskrip­ti­ves Framing, die nor­ma­ti­ven dem Codier­sy­stem nor­ma­ti­ves Framing und den Akteurs­rol­len, die affek­ti­ven Aspek­te dem Codier­sy­stem emo­tio­na­le Rah­mung. Die Ver­bin­dung von Frames und Emo­tio­nen begrün­det die emo­tio­na­le Anschluss­lo­gik der Wenn-Dann-Regeln (Angst → Instruk­ti­on; Wut/Empörung → Rebuild).