Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

Für den Kri­sen­ver­lauf ist ent­schei­dend, wel­che Rol­le dem Unter­neh­men zuge­wie­sen wird (sie­he auch: Rol­len von Instan­zen, Ver­ant­wort­lich­keit, Fehl­ver­hal­ten). Bezo­gen auf das Unter­neh­men unter­schei­den wir die Ver­ant­wort­lich­keits­rol­le, die Opfer­rol­le und die Rol­le des Ver­ur­sa­chers – drei eng ver­knüpf­te Rol­len: Der atte­stier­te Ver­ant­wort­lich­keits­grad hängt davon ab, inwie­fern dem Unter­neh­men die Schuld gege­ben wird (schul­dig, mit­schul­dig, unschuldig).

Drei Ebenen der Rollenzuweisung

Zu unter­schei­den sind: die De-fac­to-Rol­le (was das Unter­neh­men im rea­len Ablauf tat­säch­lich war), die dargestellte/kommunizierte Rol­le (wie Medi­en und Akteu­re sie rah­men) und die von Öffent­lich­keit und Stake­hol­dern wahr­ge­nom­me­ne Rol­le. Für Repu­ta­ti­on und Fol­ge­ver­hal­ten ist die wahr­ge­nom­me­ne Rol­le mass­geb­lich – nicht die faktische.

Bedeutung im KMK-System

Die­se Unter­schei­dung ist im Codier­sy­stem Akteurs­rol­len umge­setzt: Die deskrip­ti­ven ACTOR_-Codes erfas­sen die sach­ver­halts­be­zo­ge­ne Rol­le, die nor­ma­ti­ven ROLE_-Codes die dis­kur­siv zuge­schrie­be­ne Bewer­tung – bewusst getrennt, weil die nor­ma­ti­ve Opfer­kon­struk­ti­on eine ande­re ana­ly­ti­sche Kate­go­rie ist als die fak­ti­sche Schä­di­gung. Die zuge­wie­se­ne Ver­ant­wor­tungs­rol­le speist direkt die SCCT-Clu­ster-Bestim­mung und damit die Stra­te­gie­wahl im EVI-Modul.