Version 2.0 · Stand: 05.08.2026
Als Zielgruppe bezeichnet man in einem Kommunikationskonzept Individuen und/oder soziale Gruppen, die man gezielt informieren respektive mit denen man kommunizieren will, um ein strategisches Ziel zu erreichen.
Einordnung
«Zielgruppen lassen sich zunächst aufteilen in direkte und indirekte Zielgruppen, wobei die direkten Gruppen auch als Anspruchsgruppen bezeichnet werden. Das signalisiert, dass direkte Gruppen eine ungleich grössere Bedeutung haben als indirekte Zielgruppen, weil der Kontakt zu ihnen bzw. das Angewiesensein auf sie sehr viel intensiver ist. Sie lassen sich dabei in mehrere Untergruppen differenzieren, mit denen die Organisations-PR sowohl profitorientierter als auch nichtprofitorientierter Unternehmen jeweils differenziert umgehen muss […].» (Merten, 2013, S. 25)

Gewichtung in der Krise
Die Systematisierung von Zielgruppen und deren Gewichtung für einen konkreten Fall orientiert sich an den Kommunikationszielen und ist stark situationsbedingt. So sind in Krisensituationen Opfer, Alliierte, Kontrahenten und betroffene Anspruchsgruppen besondere Zielgruppen.

In Krisen sollte die Mitarbeiterschaft (siehe Mitarbeiter) besondere Beachtung erhalten und insbesondere in der Hektik nicht vergessen werden, da sie in unterschiedlichen Rollen den Verlauf einer Krise mitbestimmt.

Bedeutung im KMK-System
Jeder priorisierten Zielgruppe wird eine eigene Botschaft zugeordnet; die Gewichtung nach Position und Betroffenheit entscheidet über die Reihenfolge und Intensität der Ansprache. Zielgruppen der Krisenkommunikation sind dabei stets als Stakeholder-Publics zu denken: Sie empfangen nicht nur Botschaften, sondern handeln selbst kommunikativ.
Literatur
Merten, K. (2013). Konzeption von Kommunikation: Theorie und Praxis des strategischen Kommunikationsmanagements. Springer VS. https://doi.org/10.1007/978–3‑658–01467‑4