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Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

Der Social-Pro­of-Effekt (sozia­ler Beweis) beschreibt die Ten­denz, das Ver­hal­ten, die Ent­schei­dun­gen und Mei­nun­gen ande­rer als Mass­stab für das eige­ne Ver­hal­ten zu neh­men – beson­ders in unsi­che­ren Situa­tio­nen (Cial­di­ni). Online-Bewer­tun­gen, War­te­schlan­gen oder Likes wir­ken als Signa­le dafür, was rich­tig und ange­mes­sen ist.

Bedeutung für die Krisenkommunikation

In Kri­sen suchen Men­schen Ori­en­tie­rung: Quel­len, denen sicht­bar vie­le ver­trau­en, gel­ten als glaub­wür­dig; Ver­hal­ten, das vie­le zei­gen, wird über­nom­men. Das lässt sich kon­struk­tiv nut­zen – Testi­mo­ni­als und Vor­bil­der für gewünsch­tes Schutz­ver­hal­ten, Mei­nungs­füh­rer als Mul­ti­pli­ka­to­ren, sicht­ba­re Unter­stüt­zung («so vie­le machen mit») – wirkt aber auch destruk­tiv: In Shits­torms erzeugt die sicht­ba­re Mas­se der Empör­ten den Sog, sich anzu­schlies­sen, und die «Mehr­heits­mei­nung» ersetzt die Fak­ten­prü­fung (→ Schuld­zu­wei­sung: Gericht der öffent­li­chen Mei­nung).

Bedeutung im KMK-System

Social Pro­of erklärt die Eska­la­ti­ons­dy­na­mik von Shits­torms (SCHNUFFI: Inter­ak­ti­ons­vo­lu­men als Dis­kurs­in­di­ka­tor) und die Bedeu­tung der Kon­so­nanz: Bot­schaf­ten, die an die wahr­ge­nom­me­ne Mehr­heits­deu­tung anschlies­sen, ver­brei­ten sich; dage­gen anzu­kom­mu­ni­zie­ren ver­langt glaub­wür­di­ge Gegen-Anker (Exper­ten, unab­hän­gi­ge Drit­te – COMM_EXPERTE, REL_VERTEIDIGER).

Literatur

Cial­di­ni, R. B. (2009). Influence: The psy­cho­lo­gy of per­sua­si­on (5. Aufl.). Pear­son. [in Zote­ro nachzutragen]