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Ver­si­on 2.2 · Stand: 27.09.2026

Der Reprä­sen­tant eines Unter­neh­mens – auch «Mar­ken­bot­schaf­ter» oder «Mar­ken­ge­sicht» – per­so­ni­fi­ziert durch Auf­tre­ten, Per­sön­lich­keit und Han­deln die Wer­te, das Image und die Bot­schaf­ten einer Mar­ke. Das kön­nen Grün­der, CEOs oder pro­mi­nen­te Per­sön­lich­kei­ten sein; ein bekann­tes Bei­spiel ist Ste­ve Jobs, der die design- und inno­va­ti­ons­ori­en­tier­te Phi­lo­so­phie von Apple verkörperte.

Einordnung

Das Mar­ken­ge­sicht wirkt weit über die Wer­bung hin­aus: Es reprä­sen­tiert die Mar­ke in der Öffent­lich­keit, an Ver­an­stal­tun­gen und in sozia­len Medi­en, baut Ver­trau­en und Glaub­wür­dig­keit auf und stellt eine emo­tio­na­le Ver­bin­dung zum Publi­kum her. Die Kehr­sei­te: Nega­tiv­ver­hal­ten des Reprä­sen­tan­ten schlägt unmit­tel­bar auf das Unter­neh­mens­image durch (→ Sym­pa­thie mit dem Bei­spiel Ackermann).

Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)

In der Kri­se wird der Reprä­sen­tant zur zen­tra­len Pro­jek­ti­ons­flä­che der Rol­len­zu­schrei­bung: Sein Auf­tritt ent­schei­det mit, ob dem Unter­neh­men Empa­thie und Ver­ant­wor­tungs­über­nah­me abge­nom­men wer­den. Die Kopp­lung von Per­son und Mar­ke erhöht die Fall­hö­he (ADAM: Bekannt­heits­grad) und macht per­sön­li­ches Fehl­ver­hal­ten des Mar­ken­ge­sichts zum Unternehmensrisiko.

Nicht jedes Fehl­ver­hal­ten, das dem Mar­ken­ge­sicht zuge­schrie­ben wird, betrifft sein Han­deln für das Unter­neh­men. Bleibt eine frü­he­re Lei­tung mit dem Namen des Unter­neh­mens ver­bun­den und wird ihr ein Han­deln aus­ser­halb ihrer Funk­ti­on vor­ge­wor­fen, trifft die Kri­se das Unter­neh­men über den Namen, nicht über sein Han­deln. Das KMK-System hält die­sen Unter­schied im Attri­but ROLE_ZIEL_KONTEXT fest (→ Zuschrei­bungs­ziel, Abschnitt «Hand­lungs­kon­text und Namens­trä­ger-Lage»). Wie sich die­se Lage vom Mar­ken­ge­sicht abgrenzt und über wel­che Kanä­le – Name oder Eigen­tum – sie wirkt, beschreibt der Ein­trag Namens­trä­ger-Kri­se.