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Ver­si­on 2.0 · Stand: 27.07.2026

Das Image bezeich­net das sub­jek­ti­ve Bild (Vor­stel­lung), das ein Indi­vi­du­um oder eine Bezugs­grup­pe von einem Objekt oder Sach­ver­halt hat. Das Image einer Orga­ni­sa­ti­on oder Per­son umfasst das Gesamt der kogni­ti­ven und affek­ti­ven Ein­stel­lungs­kom­po­nen­ten ihr gegen­über (→ Ein­stel­lung); Image und Repu­ta­ti­on sind men­ta­le Kon­struk­te der Fremd­wahr­neh­mung. Koschnick (1996, S. 447) defi­niert das Image als

“dyna­misch ver­stan­de­ne, bedeu­tungs­ge­la­de­ne, mehr oder weni­ger struk­tu­rier­te Ganz­heit der Wahr­neh­mun­gen, Vor­stel­lun­gen, Ideen und Gefüh­le, die eine Per­son — oder eine Mehr­zahl von Per­so­nen — von irgend­ei­ner Gege­ben­heit besitzt. Image ist das sub­jek­tiv gewer­te­te, d. h. psy­chisch, sozi­al und kul­tu­rell ver­ar­bei­te­te Bild der Wirk­lich­keit; es zeigt, wie eine Gege­ben­heit von einer Per­son gese­hen, beur­teilt und gedeu­tet wird.”

Image, Identität und Reputation

Die Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on unter­schei­det das Fremd­bild – das Image, das Öffent­lich­keit und Bezugs­grup­pen vom Unter­neh­men haben (Bern­stein, 1994) – vom Eigen­bild (Selbst­ver­ständ­nis, Unter­neh­mens­iden­ti­tät), das die Orga­ni­sa­ti­ons­mit­glie­der von ihrem Unter­neh­men haben (Albert & Whet­ten, 1985). Im Ver­gleich zur Repu­ta­ti­on stellt das Image ein ein­zel­nes Bild dar, wäh­rend die Repu­ta­ti­on einem Bil­der­buch gleich­kommt – der ver­dich­te­ten Pau­schal­be­wer­tung über Bezugs­grup­pen und Zeit hin­weg (→ Repu­ta­ti­on).

Images auf den Ebenen der Krisenverlaufskarte

Unter Berück­sich­ti­gung der Kri­sen­ver­laufs­kar­te las­sen sich je nach Pro­zess­ebe­ne ver­schie­de­ne Images unter­schei­den – das rea­le, das dar­ge­stell­te und das wahr­ge­nom­me­ne Bild der Organisation:

Reales, dargestelltes und wahrgenommenes Bild

Beeinflussung und Messung

Images las­sen sich nicht ein­fach mit neu­en Infor­ma­tio­nen ver­än­dern, wie es simp­le Sti­mu­lus-Respon­se-Model­le sug­ge­rie­ren – Prä­dis­po­si­tio­nen wir­ken als Fil­ter (→ Prä­dis­po­si­tio­nen). Empi­risch wird das Image mit dem seman­ti­schen Dif­fe­ren­zi­al (Pola­ri­täts­pro­fil) erfasst: Befrag­te skiz­zie­ren das Unter­neh­men anhand vor­ge­ge­be­ner Gegen­satz­paa­re (→ Ana­ly­se des Images). Pola­ri­täts­pro­fi­le sind situa­tiv kon­zi­piert und daher zwi­schen Unter­neh­men kaum ver­gleich­bar; die stan­dar­di­sier­te Repu­ta­ti­ons­ana­ly­se mit Repu­ta­ti­ons­ko­ef­fi­zi­ent ermög­licht dage­gen Ver­glei­che (→ Ana­ly­se der Repu­ta­ti­on).

Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)

In der Kri­se steht das wahr­ge­nom­me­ne Bild der Orga­ni­sa­ti­on auf dem Spiel (Ebe­ne 3 der Kri­sen­ver­laufs­kar­te): Bericht­erstat­tung und Anspruchs­grup­pen wei­sen der Orga­ni­sa­ti­on Rol­len und Ver­ant­wor­tung zu, die das Image nega­tiv umprä­gen kön­nen (→ Repu­ta­ti­ons­kri­se). Die Image-Repair-Tra­di­ti­on (Benoit) und die SCCT set­zen hier an; im KMK-System lie­fert die Kon­text­ana­ly­se (ADAM) das Vor­kri­sen-Image als Refe­renz­grös­se, an der Fall­hö­he und Stra­te­gie­wahl bemes­sen werden.

Literatur

Albert, S., & Whet­ten, D. A. (1985). Orga­nizatio­nal iden­ti­ty. Rese­arch in Orga­nizatio­nal Beha­vi­or, 7, 263–295.
Bern­stein, D. (1994). Com­pa­ny image and rea­li­ty: A cri­tique of cor­po­ra­te com­mu­ni­ca­ti­ons. Cas­sell.
Davies, G., Chun, R., Da Sil­va, R. V., & Roper, S. (2003). Cor­po­ra­te repu­ta­ti­on and com­pe­ti­ti­ve­ness. Rout­ledge.
Koschnick, W. J. (1996). Stan­dard-Lexi­kon Wer­bung, Ver­kaufs­för­de­rung, Öffent­lich­keits­ar­beit. Saur.