Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Sympathie – die sympathische Ausstrahlung – ist eine emotive Einstellungskomponente und zusammen mit der Fähigkeit, Empathie zu vermitteln, ein wichtiges Kriterium der Sprecherwahl in der Krise (→ Mediensprecher, → Empathievermittlung).
Beispiel: Josef Ackermann
Ein typischer Sympathieträger und Identifikationsfigur war Josef Ackermann für die Deutsche Bank. Dasselbe Beispiel zeigt die Kehrseite – Negativverhalten des Repräsentanten wirkt unmittelbar auf das Unternehmensimage: Zu Prozessbeginn 2004 sorgte Ackermann mit dem Satz «Dies ist das einzige Land, in dem diejenigen, die Erfolg haben und Werte schaffen, deswegen vor Gericht gestellt werden» und dem zum «V» gespreizten Victory-Zeichen für erhebliches Aufsehen – die Geste blieb im öffentlichen Gedächtnis haften.

Beispielhaft im negativen Sinn ist auch der Auftritt des ehemaligen VW-Chefs Winterkorn im Dieselgate-Fall: Die Mimik stand im Widerspruch zur Empathie, die der gesprochene Text vermitteln sollte.
Bedeutung im KMK-System
Sympathie gehört zur Basis-Reputation im ADAM-Modul (Sympathie-Wert vor der Krise als Fallhöhe-Faktor). Beim Sprecherauftritt entscheidet die Kongruenz von Mimik, Gestik und Botschaft über die Glaubwürdigkeit – Inkongruenz wird vom Publikum intuitiv erkannt und codiert sich im Diskurs als Empathie-Defizit.