Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Instructing Information und Adjusting Information bezeichnen die beiden Informationstypen, die in der akuten Krisenreaktion Vorrang haben: Anweisungen zum physischen Schutz der Betroffenen (instructing) und Informationen, die die psychische Bewältigung unterstützen (adjusting) (Sturges, 1994; Coombs, 2014).
Einordnung
Die Typologie geht auf Sturges (1994) zurück, der drei Informationsklassen unterschied: Instructing Information (Was müssen Betroffene tun, um sich zu schützen? – Evakuation, Rückrufe, Warnhinweise), Adjusting Information (Was hilft, das Geschehen zu verarbeiten? – Anteilnahme, Stand der Dinge, Korrekturmassnahmen, Hilfsangebote) und Internalizing/Reputation Information (Was stützt das Bild der Organisation?). Coombs integrierte die ersten beiden als ethische Basisreaktion in die SCCT: Sie sind unabhängig vom Krisentyp geschuldet und gehen jeder Reputationsstrategie voraus (Coombs, 2007).
Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)
Im Botschaftsstrategien-Set des KMK-Systems bilden Instructing und Adjusting Information die Basisstrategien, die den Reputationsstrategien vorgeschaltet sind. Die Wenn-Dann-Regeln machen daraus eine harte Prioritätsregel: Bei Krisen mit Betroffenen gilt Opferorientierung vor Selbstverteidigung – eine Organisation, die zuerst ihre Reputation verteidigt, bevor Schutz- und Bewältigungsinformationen gesichert sind, verletzt die ethische Basisreaktion und riskiert eine Sekundärkrise (Doppelkrise).
Literatur
Coombs, W. T. (2007). Protecting organization reputations during a crisis: The development and application of situational crisis communication theory. Corporate Reputation Review, 10(3), 163–176. https://doi.org/10.1057/palgrave.crr.1550049
Coombs, W. T. (2014). Applied crisis communication and crisis management: Cases and exercises. SAGE.
Sturges, D. L. (1994). Communicating through crisis: A strategy for organizational survival. Management Communication Quarterly, 7(3), 297–316. https://doi.org/10.1177/0893318994007003004