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Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

Heu­ri­sti­ken sind ein­fa­che Denk­stra­te­gien, mit denen Men­schen schnell und effi­zi­ent zu Pro­blem­lö­sun­gen gelan­gen. Sie beru­hen auf Erin­ne­run­gen an frü­he­re Erleb­nis­se oder auf gera­de greif­ba­ren Infor­ma­tio­nen. Der Preis der Schnel­lig­keit: Heu­ri­sti­ken sind feh­ler­an­fäl­lig – beson­ders in kom­ple­xen, unge­wöhn­li­chen Situa­tio­nen füh­ren sie zu vor­schnel­len und oft fal­schen Ergeb­nis­sen, und sie las­sen sich nur schwer aus­schal­ten (Camp­bell, 2021, S. 41–44). Syste­ma­ti­sche Fehl­mu­ster heis­sen kogni­ti­ve Ver­zer­run­gen (Bia­ses).

Wichtige Verzerrungen im Krisenkontext

→ Anker-Effekt (erste Infor­ma­ti­on prägt) · → Ver­füg­bar­keits-Heu­ri­stik (medi­al Prä­sen­tes gilt als wahr­schein­lich) · → Halo-Effekt (Eigen­schaft über­strahlt Gesamt­bild) · → Out­co­me Bias (Ergeb­nis statt Pro­zess wird bewer­tet) · → Social Pro­of (Ver­hal­ten der Mehr­heit als Mass­stab) · Bestä­ti­gungs­feh­ler (→ Wahr­neh­mung, selek­ti­ve).

Bedeutung im KMK-System

Kri­sen sind Hoch­ri­si­ko-Situa­tio­nen für heu­ri­sti­sche Fehl­ur­tei­le – beim Publi­kum (Risi­ko­wahr­neh­mung, Schuld­zu­schrei­bung) wie beim Manage­ment (Lage­be­ur­tei­lung unter Stress). Die Grund­sät­ze der all­ge­mei­nen Kom­mu­ni­ka­ti­on doku­men­tie­ren die rele­van­ten Mecha­nis­men; die struk­tu­rier­te KMK-Ana­ly­se ist das Gegen­mit­tel zur heu­ri­sti­schen Abkürzung.

Literatur

Camp­bell, D. (2021). [in Zote­ro prä­zi­sie­ren], S. 41–44.
Tversky, A., & Kah­ne­man, D. (1974). Judgment under uncer­tain­ty: Heu­ri­stics and bia­ses. Sci­ence, 185(4157), 1124–1131.