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Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

Der Out­co­me Bias (Ergeb­nis­ver­zer­rung) ist die Ten­denz, Ent­schei­dun­gen nach ihrem Ergeb­nis zu bewer­ten statt nach der Qua­li­tät des Ent­schei­dungs­pro­zes­ses: Eine ris­kan­te Wet­te, die auf­geht, gilt als klu­ge Ent­schei­dung; eine soli­de begrün­de­te Mass­nah­me mit schlech­tem Aus­gang als Feh­ler (Baron & Hers­hey, 1988).

Bedeutung für die Krisenkommunikation

In Kri­sen wer­den Füh­rungs­ent­schei­de öffent­lich fast aus­schliess­lich am Aus­gang gemes­sen – gut begrün­de­te Ent­schei­dun­gen unter Unsi­cher­heit ern­ten unge­rech­te Kri­tik, ris­kan­te Glücks­tref­fer unver­dien­tes Lob. Gegen­mit­tel sind Pro­zess­kom­mu­ni­ka­ti­on (Ent­schei­dungs­grund­la­gen offen­le­gen: was wir wuss­ten, was wir abwo­gen), Erwar­tungs­ma­nage­ment (Unsi­cher­hei­ten und Risi­ken trans­pa­rent machen) und demon­strier­te Lern­be­reit­schaft.

Bedeutung im KMK-System

Der Out­co­me Bias ver­schärft die Dop­pel­kri­sen-Gefahr: Auch kor­rek­tes Kri­sen­ma­nage­ment wird bei schlech­tem Aus­gang als Ver­sa­gen gerahmt (NORM_DOUBLE). Die trans­pa­ren­te Pro­zess­kom­mu­ni­ka­ti­on der Wenn-Dann-Regeln («was wir wis­sen / prü­fen / wann wir infor­mie­ren») ist die prä­ven­ti­ve Ant­wort – sie ver­an­kert die Pro­zess­qua­li­tät im Dis­kurs, bevor das Ergeb­nis feststeht.

Literatur

Baron, J., & Hers­hey, J. C. (1988). Out­co­me bias in decis­i­on eva­lua­ti­on. Jour­nal of Per­so­na­li­ty and Social Psy­cho­lo­gy, 54(4), 569–579.