Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Der CEO-Betrug (CEO Fraud, auch Business Email Compromise, BEC) ist eine Betrugsform, bei der sich Täter als Geschäftsleitungsmitglied ausgeben und Mitarbeitende – meist in der Finanzabteilung – zu dringlichen, vertraulichen Zahlungen anweisen. Zunehmend kommen dabei gefälschte Sprach- und Videoanrufe zum Einsatz (Deepfake-Audio/-Video).
Einordnung
Der klassische CEO-Betrug arbeitet mit gefälschten E‑Mails und Social Engineering: Autorität («der Chef persönlich»), Dringlichkeit («heute noch überweisen») und Geheimhaltung («streng vertraulich») hebeln die üblichen Kontrollen aus. Die Deepfake-Variante verschärft das Problem: 2024 überwies ein Mitarbeiter des Ingenieurkonzerns Arup in Hongkong rund 25 Millionen Dollar, nachdem er an einer Videokonferenz mit ausschliesslich KI-generierten «Kollegen» teilgenommen hatte. Prävention: Vier-Augen-Prinzip und definierte Freigabeprozesse für Zahlungen, Rückruf über bekannte Nummern, Sensibilisierung der Mitarbeitenden (siehe Deepfakes).
Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)
Der CEO-Betrug trifft die Organisation doppelt: finanziell und in der Glaubwürdigkeit ihrer Führung – öffentlich wirkt der Fall schnell als Beleg mangelhafter Kontrollen (Preventable-Zuschreibung), auch wenn die Täuschung professionell war. Kommunikativ empfiehlt sich nüchterne Verantwortungsübernahme mit Fokus auf die verbesserten Prozesse; die Häme-Anfälligkeit des Themas («auf so etwas fällt man herein?») macht Verteidigungsrhetorik riskant. Präventiv gehört das Szenario in die Krisenvorbereitung – inklusive der Frage, wie die echte Stimme der Geschäftsleitung im Zweifel verifiziert wird.
Weiterführend
Bundesamt für Cybersicherheit (BACS): CEO-Betrug – Warnungen und Empfehlungen