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Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

Deepf­akes sind mit künst­li­cher Intel­li­genz (maschi­nel­lem Ler­nen) mani­pu­lier­te oder voll­stän­dig erzeug­te Bil­der, Vide­os und Ton­auf­nah­men. Mit den Fake News tei­len sie den pro­ble­ma­ti­schen Wahr­heits­ge­halt – ihr beson­de­res Merk­mal ist die Instru­men­ta­li­sie­rung der als glaub­wür­dig gel­ten­den Medi­en Bild und Video.

Einordnung

Deepfake-Beispiel

Beim ver­brei­te­ten Face Swap­ping wer­den Gesich­ter in digi­ta­len Medi­en durch ande­re ersetzt; gefälsch­te Vide­os von Poli­ti­kern oder CEOs sind kaum mehr von ech­ten zu unter­schei­den. Recht­lich berüh­ren Deepf­akes meh­re­re Fel­der: Ruf­schä­di­gung (Per­sön­lich­keits­ver­let­zung bis Straf­recht), Haf­tung für Schä­den durch Falsch­in­for­ma­ti­on (prak­tisch erschwert durch die Iden­ti­fi­ka­ti­on der Urhe­ber), Daten­schutz (Ver­wen­dung bio­me­tri­scher Daten wie des Gesichts) und Urhe­ber­recht. In der EU set­zen Digi­tal Ser­vices Act und AI Act mit Trans­pa­renz­pflich­ten an (Här­ting, 2022).

Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)

Deepf­akes schaf­fen einen neu­en Kri­sen­typ: die fabri­zier­te Kri­se, in der die Orga­ni­sa­ti­on für etwas ange­grif­fen wird, das nie statt­ge­fun­den hat (gefälsch­tes CEO-State­ment, fin­gier­ter Skan­dal­be­leg) – und zugleich ein Angriffs­werk­zeug für Betrug (sie­he CEO-Betrug). Kom­mu­ni­ka­tiv zählt Geschwin­dig­keit: Fäl­schun­gen müs­sen belegt und demen­tiert wer­den, bevor sie sich als Wahr­heit fest­set­zen (Truth-Effekt); zugleich droht die «Liar’s Divi­dend» – ech­te Bele­ge las­sen sich künf­tig als angeb­li­che Fäl­schung abtun. Für SCHNUFFI heisst das: Bei vira­len Bild-/Vi­deo­vor­wür­fen gehört die Authen­ti­zi­täts­prü­fung an den Anfang der Analyse.

Weiterführend

stopfake.ch: Was sind Deepf­akes?
Här­ting Rechts­an­wäl­te (2022): Recht­li­che Aspek­te von Deepfakes.