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Ver­si­on 2.0 · Stand: 27.07.2026

Das Risi­ko­ma­nage­ment ist Teil des prä­ven­ti­ven Kri­sen­ma­nage­ments (→ Kri­sen­ma­nage­ment). Es bewer­tet Risi­ken – Bedro­hun­gen und poten­zi­el­le Pro­ble­me – nach Ein­tre­tens­wahr­schein­lich­keit und poten­zi­el­lem Scha­dens­aus­mass (→ Risi­ko), lei­tet Mass­nah­men zur Kri­sen­ver­mei­dung ein (Reduk­ti­on und Abschwä­chung von Gefah­ren mit Kri­sen­po­ten­zi­al, etwa durch Sicher­heits­sy­ste­me) und unter­hält Vor­warn- und Alarmsysteme.

Einordnung

Im Zusam­men­spiel der Prä­ven­ti­ons­dis­zi­pli­nen lie­fert das Issues Manage­ment die The­men­be­ob­ach­tung (Scan­ning, Moni­to­ring), wäh­rend das Risi­ko­ma­nage­ment die Bewer­tung über­nimmt und Hand­lungs­op­tio­nen ablei­tet (→ Issues Manage­ment). Klas­si­sches Instru­ment ist die Risi­ko­ma­trix aus Ein­tre­tens­wahr­schein­lich­keit und Scha­dens­aus­mass, aus der Mass­nah­men­prio­ri­tä­ten abge­lei­tet wer­den: Risi­ken ver­mei­den, ver­min­dern, über­wäl­zen (Ver­si­che­rung) oder bewusst tra­gen (Kry­stek, 2006). Beson­de­re Bedeu­tung hat das Risi­ko­ma­nage­ment heu­te für IT- und Cyber­ri­si­ken (→ IT-Kri­se, → Cyber­an­griff), wo regu­la­to­ri­sche Vor­ga­ben – in der Schweiz etwa die Mel­de­pflich­ten für kri­ti­sche Infra­struk­tu­ren und die FIN­MA-Anfor­de­run­gen an Finanz­in­sti­tu­te – syste­ma­ti­sche Risi­ko­pro­zes­se verlangen.

Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)

Für die Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on ist das Risi­ko­ma­nage­ment dop­pelt anschluss­fä­hig: Es prio­ri­siert, für wel­che Sze­na­ri­en Kom­mu­ni­ka­ti­ons­vor­be­rei­tun­gen zu tref­fen sind (Kri­sen­plan, Sprach­re­ge­lun­gen, Dark Site; → Kri­sen­vor­be­rei­tung, → Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zept) – und sein nach­weis­li­ches Funk­tio­nie­ren ent­schei­det in der Kri­se über die Ver­ant­wor­tungs­zu­schrei­bung: Wer Risi­ken erkenn­bar ver­nach­läs­sigt hat, rutscht in der SCCT-Logik vom Opfer- ins Pre­ven­ta­ble-Clu­ster (Ver­säum­nis-Frame DESK_VERSAEUMNIS). Die Kon­text­ana­ly­se (ADAM) erfasst den Stand des Risi­ko­ma­nage­ments des­halb als kon­tex­tu­el­len Moderator.

Literatur

Kry­stek, U. (2006). Kri­sen­ar­ten und Kri­sen­ur­sa­chen. In T. Hutz­schen­reu­ter & T. Griess-Nega (Hrsg.), Kri­sen­ma­nage­ment: Grund­la­gen – Stra­te­gien – Instru­men­te (S. 41–66). Gabler.