Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Ein Trojaner ist – benannt nach der List des Odysseus – ein Computerprogramm, das gezielt auf fremde Rechner eingeschleust wird und dort verdeckte, nicht deklarierte Funktionen ausführt. Es tarnt sich als nützliches Programm, etwa über den Dateinamen einer harmlosen Datei («lustiger_Bildschirmschoner.exe»), und kann daneben durchaus eine echte Funktion besitzen (Siller, Gabler Wirtschaftslexikon).
Einordnung
Trojaner sind eine Unterklasse der Malware und dienen typischerweise als Türöffner: Sie installieren Hintertüren (Backdoors), über die Angreifer Spyware oder Ransomware nachladen. Verbreitet werden sie meist über Phishing-Mails und manipulierte Downloads – das Einfallstor ist fast immer der Mensch, nicht die Technik.
Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)
Trojaner stehen am Anfang vieler IT-Krisen: Zwischen Infektion und Entdeckung liegen oft Wochen – entsprechend muss die Erstkommunikation mit unsicherer Faktenlage umgehen (nur Gesichertes kommunizieren, keine Spekulation). In der SCCT-Logik ist die Organisation zunächst Opfer; die Zuschreibung kippt zu Preventable, wenn bekannt wird, dass Warnungen oder Updates versäumt wurden (siehe Grundsätze & Empfehlungen Cyberangriff).
Weiterführend
Siller, H. Trojaner. In Gabler Wirtschaftslexikon. https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/trojaner-53413