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Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

Die­ser Ein­trag fasst Grund­sät­ze und Emp­feh­lun­gen für die Kom­mu­ni­ka­ti­on bei Cyber­an­grif­fen zusam­men (Begriff und Syste­ma­tik: sie­he Cyber­an­griff, IT-Kri­se). Die Emp­feh­lun­gen stam­men aus Pra­xis­re­fe­ra­ten und Agen­tur­leit­fä­den und decken Vor­be­rei­tung, Akut­pha­se und Nach­kom­mu­ni­ka­ti­on ab.

Vorbereitung (nach Fladung & Christ, 2022)

  • Alter­na­ti­ve Ver­bin­dungs­we­ge sichern; wich­ti­ge Kon­tak­te aus­drucken (die Angrei­fer lesen mit – und die Syste­me sind weg)
  • Exter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on vor­be­rei­ten: Was kann und muss nach aus­sen kom­mu­ni­ziert werden?
  • Löschen von Log­da­tei­en beob­ach­ten (Spu­ren­ver­wi­schung), Pro­to­koll füh­ren (wer erin­nert sich nach Mona­ten an Details?)
  • Team zusam­men­brin­gen, alle Res­sour­cen nut­zen; Back­ups deak­ti­vie­ren (letz­ten «sau­be­ren» Stand sichern)

Elemente des Krisenplans (nach Plexus, 2023)

  • Cyber­an­griff und Daten­leck als Sze­na­ri­en in den Kri­sen­re­ak­ti­ons­plan inte­grie­ren; Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­ons­plan/-hand­buch ent­wickeln (sie­he Krisenplan)
  • Kri­sen­stab für Cyber-Ereig­nis­se: Manage­ment, IT, Kom­mu­ni­ka­ti­on, Recht, ggf. exter­ne Unter­stüt­zung (IT-Foren­sik)
  • Sach­ver­halt schnellst­mög­lich klä­ren; ggf. Auf­sichts­be­hör­de informieren
  • Erst­kom­mu­ni­ka­ti­on: zeit­nah («unver­züg­lich»), wahr­heits­ge­mäss, umfas­send – nur bewie­se­ne Tat­sa­chen, kei­ne Ver­mu­tun­gen oder Schuldzuweisungen
  • Infor­ma­ti­ons­kas­ka­de: erst intern (Mit­ar­bei­ten­de, ggf. Kapi­tal­ge­ber), dann extern (Kun­den, Lie­fe­ran­ten, Medi­en)
  • Direk­te Kom­mu­ni­ka­ti­on bevor­zu­gen: Mail/Versammlung statt Intra­net-Hin­weis, per­sön­li­che Kun­den­in­for­ma­ti­on statt Website-Notiz
  • Defi­nier­te Ansprech­part­ner für Rück­fra­gen (nach Anspruchs­grup­pen); Nach­kom­mu­ni­ka­ti­on bei neu­en gesi­cher­ten Erkennt­nis­sen und zum Abschluss: umge­setz­te Prä­ven­ti­on – kein Lippenbekenntnis

Best Practice im Akutfall (nach Schmitz, 2021)

  1. Immer erreich­bar sein (für Rück­fra­gen von Kun­den und Medi­en)
  2. Sofort auf Anfra­gen reagie­ren (damit kei­ne Gerüch­te entstehen)
  3. Kom­mu­ni­ka­ti­on steu­ern: Schlech­te Nach­rich­ten selbst ver­kün­den, nicht auf Ent­hül­lung warten
  4. Ziel­grup­pen im Auge behal­ten: Wel­che Infor­ma­ti­on, wie auf­be­rei­tet, für wen?
  5. Ehr­lich und offen kom­mu­ni­zie­ren; agie­ren statt reagieren

Bedeutung im KMK-System

Die Emp­feh­lun­gen kon­kre­ti­sie­ren die Grund­sät­ze situa­ti­ver Kom­mu­ni­ka­ti­on für den Cyber-Fall und ope­ra­tio­na­li­sie­ren zwei SCCT-Ein­sich­ten: Erstens sichert nur beleg­ba­re Vor­sor­ge und schnel­le, ehr­li­che Infor­ma­ti­on den Opfer­sta­tus (Vic­tim) – Ver­tu­schung und Sala­mi­tak­tik kip­pen die Zuschrei­bung zu Pre­ven­ta­ble. Zwei­tens hat die ethi­sche Basis­re­ak­ti­on Vor­rang: Ins­truc­ting und Adju­sting Infor­ma­ti­on für Betrof­fe­ne kom­men vor jeder Repu­ta­ti­ons­bot­schaft. Die Infor­ma­ti­ons­kas­ka­de (intern vor extern, direkt vor indi­rekt) ist als Wenn-Dann-Regel in EVI hinterlegt.

Literatur

Fla­dung, M., & Christ, J. (13. Novem­ber 2022). Cyber Attacke! 8 Takea­ways für die Pra­xis [Refe­rat]. Vogel IT-Aka­de­mie, IT-Secu­ri­ty Vir­tu­al Con­fe­rence.
Ple­xus PR (2023). The dilem­ma of cri­sis com­mu­ni­ca­ti­on in cyber attacks.
Schmitz, C. (2021). 🔴 [Voll­stän­di­ge Anga­be in Zote­ro nachzutragen]