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Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

Cor­po­ra­te Acti­vism (CA) ent­springt der Vor­stel­lung, dass ein Unter­neh­men nicht nur gewinn- und markt­ori­en­tiert han­delt, son­dern sozia­le Ver­ant­wor­tung trägt und (pro-)aktiv zu kon­tro­ver­sen sozia­len und poli­ti­schen The­men Stel­lung bezieht – indem es öffent­lich für die eine oder ande­re Sei­te eines sozio-poli­ti­schen The­mas Posi­ti­on ergreift und ent­spre­chend han­delt (Bhag­wat, War­ren, Beck & Wat­son, 2020 🔴 Voll­an­ga­be in Zote­ro nach­tra­gen). Ein Bei­spiel von CA ist der Rück­zug euro­päi­scher und ame­ri­ka­ni­scher Unter­neh­men vom Russ­land-Geschäft auf­grund des Ukrai­ne-Kriegs (Sie­land, 30. März 2022).

Einordnung

Der Ansatz ist nicht neu, son­dern ent­spricht dem Grund­ge­dan­ken gesell­schafts­ori­en­tier­ter Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on wie PR, Spon­so­ring, Mäze­na­ten­tum, Issues-Manage­ment, Stake­hol­der-Manage­ment oder Repu­ta­ti­ons­ma­nage­ment, nach denen ein Unter­neh­men nicht aus­schliess­lich wirt­schaft­li­che Zie­le ver­fol­gen, son­dern eben­so «wei­che» Wer­te nach aus­sen ver­tre­ten sollte.

«Brands are now being pushed to go bey­ond their clas­sic busi­ness inte­rests to beco­me advo­ca­tes. It is a new rela­ti­on­ship bet­ween com­pa­ny and con­su­mer, whe­re purcha­se is pre­mi­sed on the brand’s wil­ling­ness to live its values, act with pur­po­se, and if neces­sa­ry, make the leap into acti­vism.» (Edel­man, 2018)

Der Ansatz geht aller­dings wei­ter als das Issues-Manage­ment, indem nicht nur zu Reiz­the­men, son­dern all­ge­mein zu sozia­len und poli­ti­schen The­men Stel­lung bezo­gen und Hal­tung gezeigt wird. Bezeich­nend ist aus­ser­dem, dass sich die Akti­vi­tä­ten nicht auf die Kom­mu­ni­ka­ti­on (Stel­lung­nah­men) beschrän­ken, son­dern eben­falls die äus­se­re Hal­tung und das unter­neh­me­ri­sche Han­deln betref­fen (Spon­so­ring, Rück­zug von einem Markt, Inve­sti­tio­nen aus­ser­halb des eige­nen Kern­ge­schäfts usw.).

Bedeutung im KMK-System

Cor­po­ra­te Acti­vism ist ein zwei­schnei­di­ges Instru­ment der Posi­tio­nie­rung: Es kann Ver­trau­en und Bin­dung bei wer­te­kon­gru­en­ten Stake­hol­der-Publics schaf­fen – zugleich erhöht jede öffent­li­che Posi­tio­nie­rung die Angriffs­flä­che: Wird die pro­pa­gier­te Hal­tung nicht kon­se­quent gelebt, dro­hen Vor­wür­fe wie Woke-Washing oder Heu­che­lei, die als Fehl­ver­hal­ten (nicht erfüll­te Erwar­tun­gen) gedeu­tet wer­den und eine Kri­se aus­lö­sen kön­nen (vgl. Cor­po­ra­te Cul­tu­re).

Weiterführend

A busi­ness and human rights per­spec­ti­ve on the Rus­si­an inva­si­on of Ukrai­ne (Video)