Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Die SWOT-Analyse ist keine wissenschaftliche Analyse im engeren Sinn, sondern eine zusammenfassende Lagebeurteilung: Bewertet werden die Leistungsfähigkeit der Organisation (Stärken und Schwächen, Gegenwart) sowie Chancen und Gefahren des Umfelds (Zukunft) (Kotler & Bliemel, 2001).
Einordnung
Das Raster geht auf die Harvard Business School zurück (Learned, Christensen, Andrews & Guth, 1965) und wurde über das strategische Marketing zum Standardinstrument der Lagebeurteilung. In der Praxis werden die Einschätzungen in Experteninterviews und Gruppendiskussionen erhoben und in eine Vierfeldermatrix übertragen; die Ergebnisse dienen als Grundlage für Ziele und Strategien.

Abbildung 1: Einfache SWOT-Analyse mit Vierfeldermatrix
Abbildung 2: SWOT-Analyse für Zielsetzung und Strategiefindung (Miro-Board)
Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)
In der Krisenvorbereitung verdichtet die SWOT-Analyse die Befunde aus Issues‑, Risiko-, Reputations- und Stakeholder-Analysen zu einer Gesamtlage: Schwächen und Gefahren markieren die Krisenherde, Stärken die Ressourcen der Verteidigung. Im KMK-System entspricht diese Logik der ADAM-Kontextanalyse – auch dort werden interne und externe Faktoren als Moderatoren erfasst, bevor EVI Strategien ableitet.
Literatur
Kotler, P., & Bliemel, F. (2001). Marketing-Management: Analyse, Planung und Verwirklichung (10. Aufl.). Schäffer-Poeschel.
Learned, E. P., Christensen, C. R., Andrews, K. R., & Guth, W. D. (1965). Business policy: Text and cases. Irwin.