Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Kommunikation (lat. communis, «gemeinsam») meint die Übertragung und den Austausch von Informationen zwischen Menschen und Gruppen – den Vorgang der Verständigung und Bedeutungsvermittlung. Kommunizieren ist eine Sonderform sozialen Handelns (Max Weber).
«In einem weiten Sinn wird der Begriff Kommunikation häufig für alle Prozesse der Informationsübertragung verwendet. […] Im engeren Sinne versteht man unter Kommunikation einen Vorgang der Verständigung, der Bedeutungsvermittlung zwischen Lebewesen.» (Noelle-Neumann & Schulz, 1971, S. 89)
Technische Modelle der einseitigen Vermittlung (Encoder-/Decoder-Modelle)
Das bekannteste Modell des einfachen Kommunikationsprozesses stammt von Lasswell: «Who says what in which channel to whom with what effect?» (Lasswell, 1948). Es benennt die Grundelemente Sender, Botschaft, Kanal, Empfänger und Wirkung.
Abbildung 1: Die Lasswell-Formel
Die Formel wurde wegen ihrer isolierten, linearen Betrachtung als überholt kritisiert – doch die meisten neueren Modelle bauen auf ihrem Grundgerüst auf und differenzieren einzelne Elemente oder Beziehungen: Westley und MacLean (1957) erweiterten sie um Feedback und Vermittlerrollen, Riley und Riley (1959) stellten den Prozess in den sozialen Kontext. Auch die Kommunikationskonzepte der Praxis folgen den Lasswell-Elementen – im konzeptionellen Denken wird die «Wirkung» dabei zur angestrebten Wirkung, also zum Ziel.
Von der einseitigen Vermittlung zum Dialog
Wechselseitige Kommunikation meint im Gegensatz zur einseitigen Vermittlung den Dialog: den Informationsaustausch zwischen Individuen und Gruppen mit kontinuierlichem Rollentausch zwischen Sender und Empfänger.

Psychologische Betrachtungsweise
Die Psychologie unterscheidet vier Typen von Kommunikationsmodellen: a) Encoder-/Decoder-Modelle (Shannon & Weaver, 1949; Schulz von Thun, 1981), b) intentionsorientierte Modelle (Konversationsmaximen nach Grice, 1975), c) Perspektivenübernahme-Modelle (Rogers) und d) Dialog-Modelle (Watzlawick, Beavin & Jackson, 1967).
Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)
Die Modelle liefern das Grundgerüst des konzeptionellen Denkens im KMK-System: Jede Botschaftsstrategie beantwortet die Lasswell-Fragen (wer sagt was über welchen Kanal zu wem mit welcher angestrebten Wirkung), die dialogischen Modelle begründen den Stakeholder-Dialog als Alternative zur Einweg-Verlautbarung, und Watzlawicks Einsicht, dass man «nicht nicht kommunizieren» kann, erklärt, warum auch Schweigen in der Krise eine Botschaft ist – meist die falsche.
Literatur
Lasswell, H. D. (1948). The structure and function of communication in society. In L. Bryson (Hrsg.), The communication of ideas (S. 37–51). Harper.
Noelle-Neumann, E., & Schulz, W. (Hrsg.). (1971). Publizistik (Das Fischer Lexikon). Fischer.
Schulz von Thun, F. (1981). Miteinander reden 1: Störungen und Klärungen. Rowohlt.
Shannon, C. E., & Weaver, W. (1949). The mathematical theory of communication. University of Illinois Press.
Watzlawick, P., Beavin, J. H., & Jackson, D. D. (1967). Pragmatics of human communication. Norton.