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Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

Der Slee­per-Effekt besagt, dass die Infor­ma­ti­on über die Quel­le einer Aus­sa­ge unter bestimm­ten Umstän­den schnel­ler ver­ges­sen wird als die Bot­schaft selbst: Eine Bot­schaft aus unglaub­wür­di­ger Quel­le kann dadurch mit der Zeit an Wir­kung gewin­nen, weil die dis­kre­di­tie­ren­de Quel­len­zu­ord­nung verblasst.

Einordnung

Die Dis­so­cia­ti­on-Hypo­the­se erklärt dies mit der schwä­cher wer­den­den Ver­bin­dung von Bot­schaft und Quel­le (Hov­land & Weiss, 1951); die empi­risch bes­ser bestä­tig­te Dif­fe­ren­ti­al-Decay-Hypo­the­se mit dem schnel­le­ren Zer­fall der Quel­len­in­for­ma­ti­on (Green­wald et al., 1986; Prat­ka­nis et al., 1988; Meta­ana­ly­se: Kum­ka­le & Albar­racín, 2004).

Bedeutung im KMK-System

Der Slee­per-Effekt ist eine War­nung für die Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on: Auch erfolg­reich dis­kre­di­tier­te Vor­wür­fe («die Quel­le ist unse­ri­ös») kön­nen lang­fri­stig haf­ten blei­ben, weil nur die Bot­schaft erin­nert wird. Attack-the-Accu­ser-Stra­te­gien wir­ken des­halb kurz­fri­stig; nach­hal­ti­ger ist die inhalt­li­che Wider­le­gung mit eige­nem, wie­der­hol­tem Gegen­nar­ra­tiv (→ Truth-Effekt).

Literatur

Hov­land, C. I., & Weiss, W. (1951). The influence of source cre­di­bi­li­ty on com­mu­ni­ca­ti­on effec­ti­ve­ness. Public Opi­ni­on Quar­ter­ly, 15(4), 635–650.
Kum­ka­le, G. T., & Albar­racín, D. (2004). The slee­per effect in per­sua­si­on. Psy­cho­lo­gi­cal Bul­le­tin, 130(1), 143–172.