Version 2.1 · Stand: 21.09.2026
Als Reputations‑, Image- oder Vertrauenskrise bezeichnet man als Krisen wahrgenommene Missstände, die negative Auswirkungen auf die Reputation des Unternehmens haben oder haben könnten.
Einordnung
Nach Coombs ist die Reputationsgefährdung am grössten, wenn das Problem als absichtliches oder fahrlässiges Fehlverhalten des Unternehmens wahrgenommen wird: Das Unternehmen wird auf der medialen Ebene als Sündenbock dargestellt (Ebene 2 der Krisenverlaufskarte) und auf der Wahrnehmungsebene als schuldig empfunden (Ebene 3) – es wird verantwortlich gemacht. Für diesen Fall gibt die SCCT konkrete Strategieempfehlungen (→ Botschaftsstrategien, → SCCT).
Bedeutung im KMK-System
Die Reputationskrise ist die Zielgrösse der gesamten KMK-Analyse: ADAM misst die Reputations-Fallhöhe vor der Krise, FRAMI die Schuld- und Rollenzuschreibungen im Diskurs, EVI wählt die Strategie zum Schutz der Reputation. Zentral ist die Doppelkrisen-Logik: Schlechte Krisenkommunikation kann die Reputationskrise erst erzeugen (NORM_DOUBLE).
Die Doppelkrise hat zwei Ausprägungen, die für die Reputationswirkung verschieden schwer wiegen: Bei der sekundären Form tritt die Kritik an der Kommunikation zur Sachkrise hinzu, bei der primären ist eine Aussage der Organisation selbst der Auslöser. Der eigene Eintrag führt die Unterscheidung aus; die Reputationskrise ist dort die mögliche Folge, nicht der Gegenstand.