Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Krisenszenarien beschreiben mögliche Verläufe einer potenziellen Krise. Die Szenarienbildung ist ein wichtiges Instrument der Krisenvorbereitung: Mögliche Krisenverläufe werden mit ihren Handlungen und Ereignissen (Krisenbausteine) und deren Kausalzusammenhängen antizipiert. Das erlaubt das Formulieren vorbehaltener Entschlüsse (Strategien für mögliche Szenarien) wie auch die Vorbereitung der entsprechenden Instrumente.
Einordnung
Krisenszenarien werden aus dem Issues-Management und dem Risikomanagement abgeleitet und enthalten entsprechend eine Kombination gewichteter Krisenbausteine.
«Krisen sind Teil in der Evolution von Unternehmen. Das bedeutet damit auch, man kann zumindest teilweise antizipieren und Szenarien entwerfen, welche Krisen für ein Unternehmen wahrscheinlich sind und welche Handlungsoptionen sich innerhalb dieser Zukunftsmodelle ergeben.» (Thiessen, 2014, S. 15)

Bedeutung im KMK-System
Krisenszenarien bilden die Grundlage der strategisch-konzeptionellen Krisenvorbereitung: Aus ihnen werden vorbehaltene Entschlüsse abgeleitet, szenarienspezifische Dokumente für den Krisenplan erstellt und das Üben mit simulierten Ernstfällen sowie Krisenübungen aufgebaut. Die Systematik der Krisenverlaufskarte mit ihren Krisenbausteinen liefert dazu das Konstruktionsraster.
Literatur
Thiessen, A. (Hrsg.). (2014). Handbuch Krisenmanagement. Springer Fachmedien. https://doi.org/10.1007/978–3‑658–04293‑6