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Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

Cyber­kri­mi­na­li­tät (Cyber­crime) ist ein Man­tel­be­griff für Straf­ta­ten unter Aus­nut­zung elek­tro­ni­scher Infra­struk­tur (Com­pu­ter­kri­mi­na­li­tät) und spe­zi­ell für Straf­ta­ten über das Inter­net (Inter­net­kri­mi­na­li­tät); gemein­sam ist ihnen die Rechts­wid­rig­keit. Im Zen­trum ste­hen heu­te Iden­ti­täts­dieb­stahl, Daten­dieb­stahl, Inter­net­be­trug und Cyber-Erpressung.

Einordnung

Bartsch und Frey (2017, S. 13) fas­sen unter Cyber­crime im enge­ren Sinn alle Straf­ta­ten gegen Com­pu­ter­sy­ste­me, Netz­wer­ke und Daten; im erwei­ter­ten Sinn alle Straf­ta­ten, die Com­pu­ter­sy­ste­me als Werk­zeug nut­zen (etwa Abrech­nungs­be­trug). Nach dem Zweck unter­schei­den sie Cyber­hack­ti­vis­mus (Mani­pu­la­ti­on von Web­sites und Infor­ma­ti­ons­me­di­en für poli­ti­sche Bot­schaf­ten), Cyber­spio­na­ge (ver­deck­te Daten­ge­win­nung für Wett­be­werbs­vor­tei­le) und Cyber­sa­bo­ta­ge (stö­ren­de oder zer­stö­ren­de Angrif­fe auf stra­te­gi­sche Zie­le). Das Bun­des­amt für Cyber­si­cher­heit trennt zudem Cyber­crime (Straf­ta­ten gegen IT-Syste­me und Daten) von digi­ta­li­sier­ter Kri­mi­na­li­tät – klas­si­schen Delik­ten, die heu­te mit Infor­ma­ti­ons­tech­nik ver­übt wer­den (BACS, 2023, S. 4). Der Fak­tor Mensch bleibt das schwäch­ste Glied: Cyber­kri­mi­nel­le grei­fen nicht Tech­nik, son­dern Men­schen an – Sen­si­bi­li­sie­rung wirkt bes­ser über Sto­ry­tel­ling als über Kontrollsysteme.

Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)

Cyber­kri­mi­na­li­tät ist der häu­fig­ste Aus­lö­ser von IT-Kri­sen (sie­he IT-Kri­se, Cyber­an­griff). Für die Ana­ly­se zählt die Zweck­ty­po­lo­gie: Hack­ti­vis­mus zielt auf die öffent­li­che Mei­nung – hier ist die Kri­se pri­mär publi­zi­stisch; Spio­na­ge und Sabo­ta­ge zie­len auf Sub­stanz – hier ent­schei­det die Mel­de­dis­zi­plin über die spä­te­re Deu­tung. In allen Fäl­len gilt die SCCT-Grund­re­gel der IT-Kri­se: Opfer­sta­tus ist Start­ka­pi­tal, kein Dau­er­zu­stand – er hält nur, solan­ge kei­ne Ver­säum­nis­se publik werden.

Weiterführend

Literatur

Bartsch, M., & Frey, S. (2017). Cyber­stra­te­gien für Unter­neh­men und Behör­den: Mass­nah­men zur Erhö­hung der Cyber­re­si­li­enz. Sprin­ger Vie­w­eg.
Bun­des­amt für Cyber­si­cher­heit BACS. (2023). Halb­jah­res­be­richt Cyber­si­cher­heit. https://www.ncsc.admin.ch/