Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Ransomware ist Malware, die Dateien – teils ganze Systeme – als «Geiseln» verschlüsselt und für die Freigabe Lösegeld (englisch ransom) fordert: eine moderne Form der Erpressung. Bei der «doppelten Erpressung» drohen die Täter zusätzlich mit der Veröffentlichung oder dem Verkauf der erbeuteten Daten.
Einordnung
Ransomware ist das lukrativste Geschäftsmodell der Cyberkriminalität: Allein im ersten Halbjahr 2023 erpressten Banden rund 450 Millionen Dollar; die Gruppe Clop erzielte durchschnittlich 1,7 Millionen pro Angriff (inside-it.ch, 14. Juli 2023). Auch Schweizer Unternehmen sind beliebte Ziele – bekannt wurden die Fälle Comparis (2021, siehe Fallstudie) und NZZ (2023). Das Bundesamt für Cybersicherheit rät von Lösegeldzahlungen ab; Comparis bezahlte letztlich dennoch – die Expertenmeinungen sind hier nicht einheitlich, denn die Zahlung finanziert das Geschäftsmodell, garantiert aber keine Datenfreigabe.
Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)
Die Ransomware-Krise stellt die härtesten kommunikativen Dilemmata der IT-Krise: Über laufende Erpressungen kann nicht offen informiert werden (Täterkontakt, Ermittlungen), zugleich verlangen Betroffene und Medien Antworten – die Kommunikation muss Transparenzwillen zeigen, ohne die Verhandlungsposition zu schwächen. Ob gezahlt wurde, wird fast immer publik; die Wenn-Dann-Logik verlangt, diese Frage vorab strategisch zu entscheiden statt sie im Sturm zu improvisieren. Zur Basisreaktion gehören Instructing Information (Was müssen Kunden jetzt tun?) und die datenschutzrechtliche Meldekaskade.
Weiterführend
G DATA: Was ist eigentlich Ransomware?
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