Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Werte sind Zielvorstellungen und Orientierungshilfen für menschliches Handeln. Aus der Aussenperspektive sind es Qualitäten, die man etwas oder jemandem zuschreibt und die aus der Sicht des Wertenden erstrebenswert sind. Man unterscheidet zwischen persönlichen Werten (Vertrauenswürdigkeit), materiellen Werten (Geld, Macht, Eigentum), geistigen Werten (Weisheit), religiösen Werten (Glaubensfestigkeit) und sittlichen Werten (Treue).
Werte aus wirtschaftlicher Sicht
Aus wirtschaftlicher Sicht versteht man Werte als erstrebenswerte Ziele (Zustände), die den Unternehmenserfolg ausmachen. Im Vordergrund stehen dabei materielle, monetäre Werte wie Gewinn(-steigerung) und Vermögen. Auf dem Finanzmarkt geht es um den monetären Wert, der einem Unternehmen an der Börse zugesprochen wird. Dieser setzt sich aus dem realen Bilanzwert und der Einschätzung des Erfolgspotenzials des Unternehmens zusammen.
Triebfedern für Letzteres sind die werttreibenden immateriellen Werte, die im KMK-System als Einstellungskomponenten (wie Vertrauen, Glaubwürdigkeit usw.) bezeichnet werden (siehe Einstellung). Verschiedene Konzepte bemühen sich, diese Einstellungskomponenten als Werttreiber für ein Unternehmen fass- und messbar zu machen (siehe Reputation). Ernst & Young schätzen, dass etwa zwei Drittel des Marktwertes einer börsenkotierten Gesellschaft aus diesen immateriellen Werten bestehen. Welchen Stellenwert Werte wie Vertrauen für ein Unternehmen haben, zeigte der Fall des Börsenwertes der Schweizer Bank UBS in der Subprime-Krise.
Bedeutung im KMK-System
Werte sind der Massstab, an dem das Handeln von Organisationen gemessen wird: Verstösse gegen anerkannte Werte und Normen werden als Fehlverhalten gedeutet und lösen Schuldzuweisungen aus. Gleichzeitig sind die immateriellen Werte (Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Reputation) genau das, was in der Krise auf dem Spiel steht – Krisenkommunikation ist im Kern Werteschutz.