Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Validated Accepted Wisdom (VAW) ist Coombs’ Sammelbegriff für die durch Forschung und Praxiserfahrung bestätigten Grundregeln der Krisenkommunikation – das validierte Erfahrungswissen des Feldes (Coombs, 2014).
Einordnung
Zum Kernbestand gehören: schnell reagieren (die Deutungslücke nicht Gerüchten überlassen), konsistent kommunizieren (One Voice über alle Kanäle), offen und ehrlich informieren, Empathie zeigen und Verantwortung übernehmen, wo angebracht, Botschaften auf Anspruchsgruppen zuschneiden sowie fortlaufend evaluieren und anpassen. Verwandt ist der Best-Practices-Katalog von Seeger (2006), der solche Regeln in einem Expertenpanel systematisierte. VAW ist kein statischer Kanon: Neue Forschung und veränderte Medienumgebungen (Social Media, KI) entwickeln den Bestand laufend weiter – und einzelne Weisheiten wurden empirisch relativiert, etwa die Annahme, eine Entschuldigung sei stets die beste Antwort.
Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)
Die Grundsätze allgemeiner und situativer Kommunikation auf krisenkom.ch kodifizieren dieses validierte Erfahrungswissen für das KMK-System. EVI prüft jede Strategieempfehlung gegen diese Grundsätze: Eine Botschaftsstrategie, die den VAW-Regeln widerspricht (etwa verzögerte, inkonsistente oder empathiefreie Kommunikation), gilt unabhängig von ihrer situativen Passung als riskant.
Literatur
Coombs, W. T. (2014). Applied crisis communication and crisis management: Cases and exercises. SAGE.
Seeger, M. W. (2006). Best practices in crisis communication: An expert panel process. Journal of Applied Communication Research, 34(3), 232–244. https://doi.org/10.1080/00909880600769944