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Ver­si­on 2.0 · Stand: 27.07.2026

Fake News sind fal­sche (unwah­re, fik­ti­ve) Nach­rich­ten oder die ver­zerr­te Dar­stel­lung von Teil­wahr­hei­ten, die durch die Anwen­dung jour­na­li­sti­scher, fak­tisch-neu­tra­ler Stil­for­men als Tat­sa­chen getarnt sind. Sie spre­chen Reiz­the­men an, schü­ren Emo­tio­nen, skan­da­li­sie­ren, dra­ma­ti­sie­ren und sen­sa­tio­na­li­sie­ren – was ihre vira­le Ver­brei­tung im Inter­net, ins­be­son­de­re über die sozia­len Medi­en, begün­stigt. Sie wer­den bewusst und gezielt ver­brei­tet (Arg­list), um zu täu­schen, das Publi­kum in die Irre zu füh­ren, zu ver­un­si­chern, zu mani­pu­lie­ren oder gene­rell zu scha­den (sie­he auch StopFake.CH: Was sind Fake News?).

Sechs determinierende Kriterien

Fake News las­sen sich mit sechs Kri­te­ri­en erfas­sen (sie­he stopfake.ch):

Sechs Kriterien von Fake News

Wahrheitsgehalt: Fake News in tatsachen- und wissensbezogenen Nachrichten

Wahrheitsgehalt von Nachrichten

Psychologie der Desinformation

Die vor­sätz­li­che Erstel­lung und Ver­brei­tung fal­scher Infor­ma­tio­nen nimmt kon­ti­nu­ier­lich zu und wirkt auf Ein­stel­lung, Hal­tung und Ver­hal­ten von Indi­vi­du­en und Grup­pen. Wol­ters, Strick­lin, Carey und McBri­de (2021) iden­ti­fi­zie­ren vier psy­cho­lo­gi­sche Prin­zi­pi­en, die das Phä­no­men erklä­ren: Begrenz­te Infor­ma­ti­ons­ver­ar­bei­tung – unse­re men­ta­le Ver­ar­bei­tungs­ka­pa­zi­tät ist beschränkt; das Gehirn nimmt Abkür­zun­gen (→ Heu­ri­sti­ken), wodurch Des­in­for­ma­ti­on als wahr durch­ge­hen kann. Kogni­ti­ve Dis­so­nanz – Des­in­for­ma­ti­on, die bestehen­de Über­zeu­gun­gen stützt oder weni­ger Dis­so­nanz erzeugt als wah­re Infor­ma­ti­on, wird eher geglaubt (→ kogni­ti­ve Dis­so­nanz). Grup­pen­mit­glied­schaft und Neu­ig­keits­wert – Infor­ma­tio­nen von Gleich­ge­sinn­ten und neu­ar­ti­ge, dring­li­che Inhal­te wer­den eher geteilt. Emo­tio­nen – gefühls­er­re­gen­de Infor­ma­tio­nen erhal­ten mehr Auf­merk­sam­keit und regen eher zum Han­deln an (→ Emotionalisierung).

Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)

Fake News sind ein eigen­stän­di­ger Kri­sen­aus­lö­ser: Orga­ni­sa­tio­nen kön­nen Ziel von Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gnen wer­den – nach SCCT eine Opfer­kri­se, die schnel­le, beleg­ba­re Rich­tig­stel­lung, glaub­wür­di­ge Drit­te und gege­be­nen­falls recht­li­che Schrit­te ver­langt (→ Gerücht). Zugleich ver­schär­fen Fake News lau­fen­de Kri­sen, indem sie das Framing ver­zer­ren und Emo­tio­nen anhei­zen; die Medi­en­re­cher­che (SCHNUFFI) prüft des­halb die Quel­len­qua­li­tät der erfass­ten Bei­trä­ge. Mit gene­ra­ti­ver KI sinkt die Ein­tritts­schwel­le für täu­schend ech­te Fäl­schun­gen zusätz­lich (→ Deepf­akes, → KI und ihre Gefah­ren). Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: Swiss­com: Rat­ge­ber Fake News.

Literatur

Wol­ters, H., Strick­lin, K., Carey, N., & McBri­de, M. K. (2021). The psy­cho­lo­gy of (dis)information: A pri­mer on key psy­cho­lo­gi­cal mecha­nisms. CNA. https://www.cna.org/archive/CNA_Files/pdf/the%20psychology-of-(dis)information-a-primer-on-key-psychological-mechanisms.pdf