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29. Novem­ber 2021

Sie­he was sind Fake News? StopFake.CH

Fake  News sind fal­sche (unwah­re, fik­ti­ve) Nach­rich­ten oder die ver­zerr­te Dar­stel­lung von Teilwahrheiten

  • die durch die Anwen­dung jour­na­li­sti­scher fak­tisch-neu­tra­ler Stil­for­men als Fak­ten (Tat­sa­chen) getarnt sind.
  • Die spre­chen Reiz­the­men an, schü­ren Emo­tio­nen, skan­da­li­sie­ren, dra­ma­ti­sie­ren und sensationalisieren,

was ihre vira­le Ver­brei­tung im Inter­net, ins­be­son­de­re über die sozia­len Medi­en begünstigt.

Sie wer­den bewusst und gezielt ver­brei­tet (Arg­list),

  • um zu täu­schen, das Publi­kum in die Irre zu füh­ren, zu verunsichern,
  • zu mani­pu­lie­ren oder
  • gene­rell zu scha­den.
Sechs Fake News determinierende Kriterien

Fake News las­sen sich somit mit­tels sechs Kri­te­ri­en erfas­sen (sie­he stopfake.ch):

Wahrheitsgehalt: Fake News in tatsachenbezogenen und wissensbezogenen Nachrichten

Die vor­sätz­li­che Erstel­lung und Ver­brei­tung fal­scher Infor­ma­tio­nen nimmt kon­ti­nu­ier­lich zu und wir­ken auf Ein­stel­lung, Hal­tung und das Ver­hal­ten von Indi­vi­du­en oder Gruppen.

Hea­ther Wol­ters, Kasey Strick­lin, Neil Carey und Megan K. McBri­de (cna, 2021) haben vier psy­cho­lo­gi­sche Prin­zi­pi­en iden­ti­fi­ziert, die das Phä­no­men der Des­in­for­ma­ti­on erklären:

a) Infor­ma­ti­ons­auf­nah­me und ‑ver­ar­bei­tung: Unse­re men­ta­le „Ver­ar­bei­tungs­ka­pa­zi­tät“ ist begrenzt; wir kann sich ein­fach nicht inten­siv mit allen neu­en Infor­ma­tio­nen befas­sen, auf die wir stos­sen. Unser Gehirn nimmt men­ta­le Abkür­zun­gen, um neue Infor­ma­tio­nen auf­zu­neh­men, und die­se Abkür­zun­gen kön­nen zu Feh­lern füh­ren. Da wir Infor­ma­tio­nen nicht so gründ­lich ver­ar­bei­ten, wie wir eigent­lich soll­ten, kann Des­in­for­ma­ti­on als wah­re Infor­ma­ti­on aus­ge­legt werden.

b) Kogni­ti­ve Dis­so­nanz: Kogni­ti­ve Dis­so­nanz beschreibt das Unbe­ha­gen, das wir emp­fin­den, wenn wir mit zwei kon­kur­rie­ren­den Ideen kon­fron­tiert sind. Wir sind moti­viert, die­se Dis­so­nanz durch eine Hal­tungs­än­de­rung zu reduzieren/beseitigen, indem die wider­sprüch­li­chen Infor­ma­tio­nen igno­riert oder besei­tigt wer­den, die Bedeu­tung wider­sprüch­li­cher Infor­ma­tio­nen her­ab­ge­setzt oder die Bedeu­tung kom­pa­ti­bler Infor­ma­tio­nen erhöht wird. Wenn Des­in­for­ma­ti­on unse­re anfäng­li­chen Über­zeu­gun­gen stützt oder weni­ger Dis­so­nanz als wah­re Infor­ma­tio­nen her­vor­ruft, schen­ken wir die­sen eher Glauben.

c) Ein­fluss von Grup­pen­mit­glied­schaft, Über­zeu­gun­gen und Neu­ig­keits­wert der Infor­ma­ti­on: Nicht alle Infor­ma­tio­nen sind für Ein­zel­per­so­nen glei­cher­mas­sen wert­voll. Unse­re Grup­pen­mit­glied­schaf­ten, unse­re Über­zeu­gun­gen und die Ein­zig­ar­tig­keit der Infor­ma­tio­nen haben einen Ein­fluss dar­auf, ob wir eine Des­in­for­ma­ti­on auf­neh­men und wei­ter­ge­ben. Es ist wahr­schein­li­cher, dass wir Infor­ma­tio­nen in unse­rer Grup­pe tei­len, wenn wir die­se für wahr hal­ten, und wenn sie neu­ar­tig oder drin­gend sind. Wenn Des­in­for­ma­ti­on von einem Grup­pen­mit­glied kommt, mit dem wir uns als Gleich­ge­sinn­te iden­ti­fi­zie­ren oder die Infor­ma­tio­nen für uns neu sind, wer­den wir sie eher teilen.

d) Rol­le von Emo­tio­nen und Gefühls­re­gun­gen bei unse­rem Aus­tausch von Des­in­for­ma­tio­nen: Genau wie wir nicht alle Infor­ma­tio­nen als gleich wert­voll erach­ten, wir­ken nicht alle Infor­ma­tio­nen auf die glei­che Wei­se auf uns. Die For­schung zeigt, dass wir Infor­ma­tio­nen, die Gefüh­le erre­gen, mehr Auf­merk­sam­keit schen­ken
oder uns eher zum Han­deln anregen. 

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen:
SRF: Rat­ge­ber Fake News