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(tabaeris/claude, 2. Febru­ar 2026)

In der Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on beschreibt die David-ver­sus-Goli­ath-Fal­le das Phä­no­men, dass ein gros­ses, mäch­ti­ges Unter­neh­men (Goli­ath) in einem öffent­li­chen Kon­flikt mit einem ver­meint­lich schwä­che­ren Geg­ner (David) – etwa einem ein­zel­nen Kun­den, einer klei­nen NGO oder einem Whist­le­b­lower – fast auto­ma­tisch die Sym­pa­thien verliert.

Das Publi­kum neigt dazu, sich emo­tio­nal mit dem Under­dog zu iden­ti­fi­zie­ren, unab­hän­gig davon, wer sach­lich im Recht ist. Je aggres­si­ver oder juri­stisch här­ter das Unter­neh­men reagiert, desto stär­ker kippt die öffent­li­che Mei­nung zugun­sten des «Davids».

Typi­sche Auslöser:

  • Kla­gen gegen Ein­zel­per­so­nen oder klei­ne Organisationen
  • Unver­hält­nis­mäs­sig wir­ken­de Reak­tio­nen auf Kritik
  • Öffent­li­che Kon­fron­ta­ti­on statt Dialog

Das Dilem­ma: Selbst wenn das Unter­neh­men objek­tiv rich­tig han­delt, wirkt es durch sei­ne Über­macht unsym­pa­thisch. Ein «Sieg» vor Gericht kann ein Repu­ta­ti­ons­de­sa­ster werden.

Stra­te­gi­sche Impli­ka­ti­on: Gros­se Orga­ni­sa­tio­nen soll­ten in asym­me­tri­schen Kon­flik­ten Dees­ka­la­ti­on, Dia­log und Ver­hält­nis­mäs­sig­keit prio­ri­sie­ren – auch wenn sie recht­lich die stär­ke­re Posi­ti­on haben.