Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Ein Datenleck (Datenleak) ist die durch Softwarefehler verursachte oder vorsätzlich herbeigeführte Offenlegung von Daten: der unautorisierte Abfluss vertraulicher oder geheimer Informationen – elektronisch oder physisch, typischerweise über Web und E‑Mail, aber auch über Datenträger und Geräte.
Einordnung
Zu unterscheiden sind das Leck im engeren Sinn (ungewollte Offenlegung durch Fehlkonfiguration oder Softwarefehler) und der Datendiebstahl durch Angriff (Hacking, Phishing, Innentäter). Betroffen sind häufig Personendaten von Kundschaft und Mitarbeitenden – damit greifen die Melde- und Informationspflichten des Datenschutzrechts (Schweiz: revDSG, EU: DSGVO). Ein Schweizer Beispiel ist das SBB-Swisspass-Leck vom Januar 2022 (SRF).
Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)
Beim Datenleck entscheidet die Ursache über die Krisenrolle: Das gehackte Unternehmen ist zunächst Opfer (Victim-Cluster), das schlampig konfigurierte ist Verursacher (Preventable) – und die Deutung kippt, sobald Medien Versäumnisse nachweisen. Kommunikativ gilt die Kaskade: Betroffene direkt und zuerst informieren (nicht via Website-Hinweis), Aufsichtsbehörde fristgerecht melden, dann Öffentlichkeit – wer Betroffene aus den Medien von ihrem Datenverlust erfahren lässt, produziert die Doppelkrise.
Weiterführend
Prävention: scip AG, Data Leakage Prevention