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Ver­si­on 2.0 · Stand: 27.07.2026

ChatGPT ist ein KI-Chat­bot des US-Unter­neh­mens Ope­nAI, ver­öf­fent­licht am 30. Novem­ber 2022. Er basiert auf einem gros­sen Sprach­mo­dell (Lar­ge Lan­guage Model, LLM) – einem Deep-Lear­ning-Algo­rith­mus, der Text auf der Grund­la­ge rie­si­ger Daten­sät­ze erken­nen, zusam­men­fas­sen, über­set­zen, vor­her­sa­gen und gene­rie­ren kann (Flo­ridi & Chi­riat­ti, 2020). Als Pro­dukt der gene­ra­ti­ven bzw. Kon­ver­sa­ti­ons-KI ermög­licht ChatGPT men­schen­ähn­li­che Dia­lo­ge; inzwi­schen ver­ar­bei­ten die Model­le neben Text auch Bil­der, Audio und Daten. ChatGPT gilt als Aus­lö­ser des KI-Booms ab 2023 und steht in Kon­kur­renz zu Syste­men wie Goog­le Gemi­ni, Anthro­pic Clau­de oder Micro­soft Copilot.

https://youtu.be/T6E_Vk3cC5s
So funk­tio­nie­ren ChatGPT und Co.: Unser Exper­ten-Video — Infor­ma­tik an der Hoch­schu­le Luzern (hslu.ch)

Leistungen und Grenzen

ChatGPT kor­ri­giert, über­setzt, fasst zusam­men, struk­tu­riert und gene­riert Tex­te in hoher sprach­li­cher Qua­li­tät; mit geziel­tem Promp­ting (Auf­ga­be, Kon­text, Rol­le, For­mat) las­sen sich die Ergeb­nis­se deut­lich ver­bes­sern (→ KI für die Kom­mu­ni­ka­ti­on). Die Gren­zen lie­gen im Prin­zip des Sprach­mo­dells: Es berech­net wahr­schein­li­che Wort­fol­gen, «ver­steht» aber nicht im mensch­li­chen Sinn. Dar­aus fol­gen Hal­lu­zi­na­tio­nen (plau­si­bel klin­gen­de Falsch­aus­sa­gen samt erfun­de­ner Quel­len), Wis­sens­lücken jen­seits des Trai­nings­stands, mög­li­che Ver­zer­run­gen aus den Trai­nings­da­ten sowie Daten­schutz­fra­gen bei der Ein­ga­be sen­si­bler Infor­ma­tio­nen (Ben­der et al., 2021; → KI und ihre Gefah­ren). Aus­ga­ben sind des­halb stets als Ent­wurf zu behan­deln, der mensch­li­che Prü­fung braucht.

Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)

In der Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on ist ChatGPT dop­pelt bedeut­sam: als Werk­zeug – für Lage­bil­der, Medi­en­re­so­nanz-Zusam­men­fas­sun­gen, Ent­wür­fe von State­ments und die theo­rie­ge­stütz­te Fall­ana­ly­se – und als Risi­ko­fak­tor, wenn unge­prüf­te KI-Tex­te publi­ziert wer­den oder ver­trau­li­che Kri­sen­in­for­ma­tio­nen in öffent­li­che Model­le flies­sen. Das KMK-Ana­ly­se-System arbei­tet selbst LLM-gestützt und sichert die Qua­li­tät über feste Codier­bö­gen, Quel­len­prio­ri­tät und die 🔴-EST-Mar­kie­rung von Schätzungen.

Literatur

Ben­der, E. M., Gebru, T., McMil­lan-Major, A., & Shmit­chell, S. (2021). On the dan­gers of sto­cha­stic par­rots: Can lan­guage models be too big? In Pro­ce­e­dings of the 2021 ACM Con­fe­rence on Fair­ness, Accoun­ta­bi­li­ty, and Trans­pa­ren­cy (S. 610–623). ACM. https://doi.org/10.1145/3442188.3445922
Flo­ridi, L., & Chi­riat­ti, M. (2020). GPT‑3: Its natu­re, scope, limits, and con­se­quen­ces. Minds and Machi­nes, 30, 681–694. https://doi.org/10.1007/s11023-020–09548‑1