Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Bots (von engl. robots) sind Computerprogramme, die Aufgaben automatisiert abarbeiten. Es gibt nützliche und schädliche Bots; ohne nähere Spezifizierung sind meist schädliche gemeint – Malware, die sich unerlaubt auf vernetzten Computern einnistet, die Netzwerkkommunikation überwacht oder Befehle ausführt und von einem «Bot-Master» über Backdoor-Programme ferngesteuert werden kann.
Arten von Bots
Legal und nützlich sind etwa Searchbots (Webcrawler von Suchmaschinen) sowie Chatbots auf Webseiten. Zu den schädlichen Bots gehören:
- Registrierungs-Bots, die massenhaft Konten für Internetdienste anlegen;
- Harvester, die das Netz nach personenbezogenen Daten wie E‑Mail-Adressen durchsuchen;
- Spambots, die über solche Konten Spam an die gesammelten Adressen verschicken;
- DDoS-Bots: Botnetze aus teils Hunderttausenden gekaperten Rechnern, die auf Befehl gemeinsame Überlastungsangriffe fahren;
- Social Bots, die in sozialen Medien Zugriffszahlen erhöhen oder mit fingierten Bewertungen, Kommentaren und Reaktionen Inhalte verstärken und Stimmungen vortäuschen (Ferrara et al., 2016).
Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)
Bots sind in doppelter Hinsicht krisenrelevant: Als Angriffswerkzeug (DDoS, Datenklau) können sie IT-Krisen auslösen, in denen die Organisation zunächst Opfer ist – mit Kippgefahr zur Preventable-Zuschreibung, wenn Sicherheitsversäumnisse bekannt werden. Als Social Bots verzerren sie die Netzarena: Sie können Empörungswellen künstlich verstärken und Mehrheitsmeinungen vortäuschen. SCHNUFFI prüft deshalb bei auffälligen Verlaufsmustern (sprunghafte Reichweiten, identische Formulierungen), ob organische oder automatisierte Verbreitung vorliegt – für die Lagebeurteilung ein wesentlicher Unterschied.
Literatur
Ferrara, E., Varol, O., Davis, C., Menczer, F., & Flammini, A. (2016). The rise of social bots. Communications of the ACM, 59(7), 96–104. https://doi.org/10.1145/2818717