Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Ein DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) überlastet die Webressourcen einer Organisation, indem von vielen Rechnern gleichzeitig massenhaft Anfragen gesendet werden – bis die Verfügbarkeit der Dienste gestört oder ganz aufgehoben ist.
Einordnung
Die Angriffe laufen über Botnetze – Netzwerke gekaperter Rechner und IoT-Geräte (siehe Bot). Motive reichen von Erpressung («Lösegeld gegen Ende des Angriffs») über Sabotage durch Konkurrenten bis zu politischem Hacktivismus; DDoS-Attacken gegen Banken, Medien und Behörden gehören international zum Standardrepertoire politischer Spannungen. Im Unterschied zu Ransomware oder Datenlecks werden keine Daten kompromittiert – der Schaden liegt im Ausfall: entgangene Geschäfte, blockierte Kundenkanäle, Reputationsverlust.
Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)
Der DDoS-Fall hat eine kommunikative Besonderheit: Genau die digitalen Kanäle, über die man kommunizieren würde (Website, Kundenportal), sind lahmgelegt – Ausweichkanäle (Social Media, Medienarbeit, Statusseiten auf fremder Infrastruktur) müssen vorbereitet sein. Instructing Information hat Vorrang: Was heisst der Ausfall für Kundinnen und Kunden, welche Alternativen gibt es, wann ist mit Normalisierung zu rechnen? In der SCCT-Logik ist die Organisation klar Opfer – die Zuschreibung bleibt aber nur stabil, wenn Vorsorge (DDoS-Schutz) und schnelle, ehrliche Information belegt werden können.
Weiterführend
Bundesamt für Cybersicherheit (BACS): ncsc.admin.ch