Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
IT-Krise ist der Sammelbegriff für Probleme und Krisen, die unmittelbar die Informatik einer Organisation betreffen.

Auslöser
- Cyberangriffe (meist von aussen): zerstören, erpressen, Daten stehlen – rechtlich meist Cybercrime (Fallbeispiele: Swatch, ExPetr, Comparis; → Cyberangriff).
- Technisches Versagen ohne Vorsatz: Brand, Stromausfall, Server- oder Netzwerkdefekte (Beispiel Amazon).
- Fahrlässiges Fehlverhalten: vernachlässigte Wartung, Datenschutzverletzungen, Personalausfälle, fehlende Schulung – fahrlässige Insider verursachen 56% der Zwischenfälle, mit durchschnittlich 485’000 USD Kosten pro Fall (Ponemon-Report 2022, zit. nach Rapisarda, 2022).
- Kommunikationsaktivitäten über Intra-/Internet, die Shitstorms, Gerüchte oder Fake News auslösen.
Mögliche Folgen
Datenverluste · Störungen der Betriebsabläufe bis zum vollständigen Betriebsausfall · finanzielle und materielle Verluste · Verunsicherung von Mitarbeitenden und Stakeholdern · Reputations- und Imageeinbussen mit negativem Folgeverhalten der Anspruchsgruppen.
Risikoeinschätzung und Prävention
Cyber-Vorfälle rangieren in den Allianz-Risk-Barometern seit Jahren in der Spitzengruppe der Unternehmensrisiken – der Cyberangriff ist dabei der häufigste und meistgefürchtete Auslöser. Prävention: Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeitenden (und Familienangehörigen im Home Office), VPN-Verbindungen, Update- und Berechtigungsdisziplin.
Bedeutung im KMK-System
In der ADAM-Analyse zählt die IT-Abhängigkeit zur Branchen-Risikoklasse; kommunikativ folgt die IT-Krise der Attributionslogik des Cyberangriffs (Victim → Preventable-Kippgefahr). Das Basis-Protokoll verlangt bei Betriebsunterbrüchen zuerst Instruktions- und Prozessinformation für Betroffene (→ Cyberangriff, → Grundsätze).