Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Malware (Schadsoftware) ist der Sammelbegriff für Programme, die Hacker – meist über Sicherheitslücken oder menschliche Fehler – in fremde Computersysteme einschleusen, um diese lahmzulegen, zu verändern oder auszuspähen. Häufigstes Motiv ist die Erpressung der betroffenen Organisation.
Einordnung
Zur Malware gehören unter anderem Ransomware, Spyware und Trojaner. Ein wachsendes Einfallstor ist das Internet of Things (IoT): Veraltete, selten aktualisierte Gerätesysteme lassen sich leicht infizieren und zu Botnetzen zusammenschliessen (bekanntes Beispiel: der Wurm Mirai). Die Analyse der Unit 42 von Palo Alto Networks (2020) zeigte die Dimension im Gesundheitswesen: 83 Prozent der medizinischen Bildgeräte liefen auf nicht mehr unterstützten Betriebssystemen, 98 Prozent der IoT-Kommunikation war unverschlüsselt – mit Risiken bis hin zur Gefährdung von Patientinnen und Patienten.

Prävention
Starke, anwendungsspezifische Passwörter (Passwortmanager); keine unerwarteten Anhänge und Links öffnen, Absender im Zweifel telefonisch verifizieren; Programme nur aus vertrauenswürdigen Quellen nach Virenprüfung; regelmässige Offline-Backups; Betriebssysteme, Applikationen, Firewall und Virenschutz aktuell halten (Kantonspolizei Aargau).
Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)
Malware-Vorfälle sind der Prototyp der IT-Krise mit Attributions-Kippgefahr: Die Organisation ist Opfer eines Angriffs (Victim) – doch sobald veraltete Systeme, fehlende Updates oder ignorierte Warnungen publik werden, wandert die Zuschreibung Richtung Preventable, und die Botschaftsstrategie muss von Opferkommunikation auf Verantwortungsübernahme umgestellt werden. ADAM prüft deshalb früh: Wie belastbar ist die Opferrolle?
Weiterführend
Kantonspolizei Aargau: Prävention Cybercrime
Unit 42, Palo Alto Networks (2020). IoT Threat Report.