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Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

«If men defi­ne situa­tions as real, they are real in their con­se­quen­ces.» – Das Tho­mas-Theo­rem besagt, dass für das Han­deln von Per­so­nen nicht die objek­ti­ven Bedin­gun­gen einer Situa­ti­on bestim­mend sind, son­dern deren Defi­ni­ti­on durch die Handelnden.

Abbildung 1: William Isaac Thomas (1863–1947)
Abbil­dung 1: Wil­liam Isaac Tho­mas (1863–1947)

Einordnung

Die sozi­al­psy­cho­lo­gi­sche The­se zielt auf die Dif­fe­renz zwi­schen sub­jek­ti­ver Wirk­lich­keit und objek­ti­ver Rea­li­tät: Jedes Han­deln hat rea­le Kon­se­quen­zen, wie irre­al die zugrun­de lie­gen­de Situa­ti­ons­deu­tung auch war. Ent­schei­dend ist, wie Men­schen die Situa­ti­on als wirk­lich defi­nie­ren – wobei die­se Defi­ni­tio­nen sozi­al und kul­tu­rell mit­ge­prägt sind und erst durch Inter­pre­ta­ti­ons- und Kon­struk­ti­ons­lei­stun­gen der Akteu­re ent­ste­hen (Stangl, 2021).

Bedeutung im KMK-System

Das Theo­rem ist die sozi­al­theo­re­ti­sche Kurz­for­mel des gesam­ten KMK-Ansat­zes: Nicht das Pro­blem, son­dern sei­ne Deu­tung als Miss­stand treibt die Kri­se (Kri­sen­ver­laufs­kar­te, Ebe­nen 2–3); nicht die tat­säch­li­che, son­dern die zuge­schrie­be­ne Ver­ant­wor­tung bestimmt den Repu­ta­ti­ons­scha­den (SCCT). Auch objek­tiv fal­sche Deu­tun­gen – Gerüch­te, Fake News – erzeu­gen rea­les Fol­ge­ver­hal­ten und ver­lan­gen des­halb kom­mu­ni­ka­ti­ve Antwort.

Weiterführend

Video­bei­trag zum Thomas-Theorem

Literatur

Stangl, W. (2021). Tho­mas-Theo­rem. Online-Lexi­kon für Psy­cho­lo­gie und Päd­ago­gik. https://lexikon.stangl.eu/19464/thomas-theorem