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tabaeris/claude, 2. Dezem­ber 2026

Die Heu­che­lei-Fal­le (auch Hypo­cri­sy Trap) beschreibt die Situa­ti­on, in der eine Orga­ni­sa­ti­on in der Kri­se für Wer­te, Stan­dards oder Ver­hal­tens­wei­sen kri­ti­siert wird, die sie selbst öffent­lich pro­pa­giert hat – aber offen­sicht­lich nicht einhält.

Der Scha­den ent­steht nicht pri­mär durch das Fehl­ver­hal­ten selbst, son­dern durch die Dis­kre­panz zwi­schen Anspruch und Wirk­lich­keit. Das Publi­kum emp­fin­det dies als Täu­schung, was Ver­trau­ens­ver­lust und mora­li­sche Empö­rung potenziert.

Klas­si­sche Konstellationen:

  • Ein Unter­neh­men wirbt mit Nach­hal­tig­keit, wird aber bei Umwelt­ver­stös­sen ertappt
  • Eine Orga­ni­sa­ti­on betont Diver­si­tät und Inklu­si­on, dis­kri­mi­niert aber intern
  • Eine Bank posi­tio­niert sich als ethisch, ist dann in Skan­da­le verwickelt
  • Ein Poli­ti­ker for­dert Spar­sam­keit, lebt aber selbst im Luxus

War­um ist sie so gefährlich?

Die Fall­hö­he steigt mit der Inten­si­tät der vor­he­ri­gen Selbst­dar­stel­lung. Wer nie gros­se ethi­sche Ansprü­che for­mu­liert hat, wird für das­sel­be Ver­ge­hen mil­der beur­teilt. Die Heu­che­lei-Fal­le bestraft also para­do­xer­wei­se gera­de jene, die sich öffent­lich zu hohen Stan­dards bekannt haben.

Stra­te­gi­sche Kon­se­quenz: Orga­ni­sa­tio­nen soll­ten nur Wer­te kom­mu­ni­zie­ren, die sie auch struk­tu­rell ver­an­kert haben – oder in der Kri­se die Dis­kre­panz offen ein­ge­ste­hen, statt sie zu verteidigen.