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Be Bo

Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

Bou­le­vard-Medi­en rich­ten ihre Bericht­erstat­tung an den Bedürf­nis­sen des Publi­kums aus und legen gros­ses Gewicht auf Unter­hal­tung. Im Fokus ste­hen The­men, wel­che die Öffent­lich­keit inter­es­sie­ren, auch wenn sie nicht von öffent­li­chem Inter­es­se sind – bevor­zugt per­sön­li­che und emo­tio­nal auf­ge­la­de­ne Geschichten.

Einordnung

Zur Insze­nie­rung von Skan­da­len und Kon­flik­ten nut­zen Bou­le­vard-Medi­en aus­ge­präg­te Framing-Tech­ni­ken; ihre Bei­trä­ge sind oft reis­se­risch und sen­sa­tio­nell (Sen­sa­ti­ons­jour­na­lis­mus, Dulin­ski, 2003). Die Ten­denz zu Über­trei­bung und Schlag­wor­ten kann die Glaub­wür­dig­keit beein­träch­ti­gen und den Ruf der Unse­rio­si­tät begrün­den. Der Begriff stammt vom Stras­sen­ver­kauf («Bou­le­vard»), im Unter­schied zu Abon­ne­ments- und Gra­tis-/Pend­ler­me­di­en. Die erste Schwei­zer Bou­le­vard­zei­tung ist der Blick (Rin­gier, seit 1959) – anfangs ver­pönt, Mit­te der 1960er-Jah­re die auf­la­gen­stärk­ste Zei­tung der Schweiz.

Logo der Schweizer Boulevardzeitung Blick
Abbil­dung 1: Logo der Schwei­zer Bou­le­vard­zei­tung «Blick»

Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)

Bou­le­vard-Medi­en sind Beschleu­ni­ger der Skan­da­li­sie­rung: Sie per­so­na­li­sie­ren (Schul­di­ge, Opfer), emo­tio­na­li­sie­ren und ver­dich­ten Kri­sen zu Kon­flikt-Frames wie David gegen Goli­ath. In der SCHNUF­FI-Recher­che zeigt die Bou­le­vard-Bericht­erstat­tung früh, wel­che emo­tio­na­le Rah­mung eine Kri­se annimmt; für EVI gilt: Bou­le­vard-Logik lässt sich nicht mit Fach­ar­gu­men­ten bedie­nen – Bot­schaf­ten brau­chen hier Klar­heit, Empa­thie und Bild­spra­che, sonst schrei­ben ande­re die Geschichte.

Literatur

Dulin­ski, U. (2003). Sen­sa­ti­ons­jour­na­lis­mus in Deutsch­land. UVK.
fög – For­schungs­zen­trum Öffent­lich­keit und Gesell­schaft. (2022). Jahr­buch Qua­li­tät der Medi­en. Uni­ver­si­tät Zürich.