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Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

Kri­sen sind aus Manage­ment­sicht Stress­si­tua­tio­nen und ver­lan­gen von den Ver­ant­wort­li­chen beson­de­re Fähig­kei­ten im Umgang mit Emo­tio­nen – Fähig­kei­ten der emo­tio­na­len Intel­li­genz (→ Emo­tio­na­le Intel­li­genz):

  • Bela­stung aus­hal­ten: Das Manage­ment ist beson­de­rem Stress aus­ge­setzt und muss mit nega­ti­ven Emo­tio­nen wie Angst bei sich selbst und im Umfeld umgehen.
  • Schnell ent­schei­den: Als Ent­schei­dungs­in­stanz ist schnel­les Den­ken (Kah­ne­man, 2011) respek­ti­ve geprüf­te Intui­ti­on gefragt (→ Intuition).
  • Posi­ti­ve Emo­tio­nen ver­mit­teln: Als Reprä­sen­tant gegen­über Medi­en und Anspruchs­grup­pen wir­ken Mimik und Gestik meist unbe­wusst auf den Gesprächs­ver­lauf (Spie­gel­neu­ro­nen).

Emo­tio­nen sind Trieb­fe­dern «instink­ti­ven» Han­delns und lösen kör­per­li­che Reak­tio­nen aus, wie die Kör­per­kar­ten der Uni­ver­si­tät Tur­ku (700 Teil­neh­men­de) zei­gen: Fast jede Emo­ti­on invol­viert die obe­re Brust­re­gi­on; Angst wird um das Herz wahr­ge­nom­men, Ekel im Hals­be­reich, Freu­de im gan­zen Körper.

Abbildung 1: Körperkarten der Emotionen (Universität Turku)
Abbil­dung 1: Kör­per­kar­ten der Emo­tio­nen (Uni­ver­si­tät Turku)

Umgang mit Emotionen bei einem Cyberangriff

Grimm (2024, S. 56) emp­fiehlt: Feh­ler erlau­ben (Bestra­fung erzeugt Feind­se­lig­keit und Scham; bei Häu­fung gemein­sa­mer Ver­bes­se­rungs­plan) · Ver­trau­en schaf­fen (ein Umfeld, das Ehr­lich­keit und Mit­ge­fühl schätzt) · Prä­senz der Füh­rung (regel­mäs­si­ge unge­teil­te Zeit für Mit­ar­bei­ten­de, Aner­ken­nung) · Mehr zuhö­ren als reden (unter­drück­ten Emo­tio­nen Raum geben, Ver­stan­den­wer­den signalisieren).

Bedeutung im KMK-System

Die Stress­di­men­si­on erklärt, war­um Kri­sen­or­ga­ni­sa­tio­nen kom­mu­ni­ka­ti­ve Fehl­ent­schei­de tref­fen – und begrün­det den Wert exter­ner Regel­wer­ke: Die Wenn-Dann-Regeln ent­la­sten das Manage­ment in der Akut­pha­se von Ein­zel­fall­ab­wä­gun­gen. Beim Spre­cher­auf­tritt gilt: Emo­tio­na­le Selbst­kon­trol­le und ver­mit­tel­te Empa­thie ent­schei­den über die Glaub­wür­dig­keit (→ Medi­en­spre­cher, → Sym­pa­thie).

Literatur (Auswahl, Zotero-Sammlung «Emotionen»)

Grimm, R. (2024). Psy­cho­lo­gi­cal aspects of cyber­crime [Bache­lor­ar­beit]. Rot­kreuz.
Jin, Y., Liu, B. F., Ana­gon­da­hal­li, D., & Austin, L. (2014). Sca­le deve­lo­p­ment for mea­su­ring publics’ emo­ti­ons in orga­nizatio­nal cri­ses. Public Rela­ti­ons Review, 40(3), 509–518. https://doi.org/10.1016/j.pubrev.2014.04.007
Jin, Y., Pang, A., & Came­ron, G. T. (2010). The role of emo­ti­ons in cri­sis respon­ses. Cor­po­ra­te Com­mu­ni­ca­ti­ons, 15(4), 428–452. https://doi.org/10.1108/13563281011085529
Kah­ne­man, D. (2011). Thin­king, fast and slow. Farr­ar, Straus and Giroux.
Kah­ne­man, D., Sibo­ny, O., & Sun­stein, C. R. (2021). Noi­se: A flaw in human judgment. Wil­liam Collins.