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Ver­si­on 2.0 · Stand: 27.07.2026

“Never befo­re have com­mu­ni­ca­ti­on lea­ders faced such gre­at oppor­tu­ni­ties and risks at the same time. Comm­Tech, big data, and ser­vices based on arti­fi­ci­al intel­li­gence can enhan­ce the effi­ci­en­cy and effec­ti­ve­ness of orga­nizatio­nal com­mu­ni­ca­ti­on, but they also threa­ten cur­rent busi­ness models of com­mu­ni­ca­ti­on depart­ments and agen­ci­es. Con­cise trans­for­ma­ti­on stra­te­gies adapt­ed to the situa­ti­on and cou­ra­ge­ous lea­der­ship are neces­sa­ry to move for­ward.“ (A. Zer­fass, 2023)

Gene­ra­ti­ve KI-Tools wie ChatGPT ver­än­dern die pro­fes­sio­nel­le Kom­mu­ni­ka­ti­on grund­le­gend – zunächst bei der Erstel­lung und Bear­bei­tung von Tex­ten, Bil­dern und Vide­os, zuneh­mend aber auch in Kon­zep­ti­on, Ana­ly­se und Bera­tung. Die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­for­schung sieht in KI einen Trei­ber von Effi­zi­enz und Wirk­sam­keit des Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ma­nage­ments, zugleich aber eine Her­aus­for­de­rung für des­sen Rol­len und Geschäfts­mo­del­le (Zer­fass, Hagel­stein & Tench, 2020).

Was generative KI für die Kommunikation leistet

Zu den erprob­ten Ein­satz­fel­dern gehö­ren: Kor­ri­gie­ren, Über­set­zen und absichts­ori­en­tier­tes Umfor­mu­lie­ren von Tex­ten; Zusam­men­fas­sun­gen und Abstracts; rasche Fall- und Theo­rie­über­blicke (etwa zur Image Repair Theo­ry) samt Anwen­dung auf kon­kre­te Kri­sen­fäl­le; Unter­stüt­zung bei Recher­che und Samm­lung von Medi­en­bei­trä­gen und Social-Media-Posts; Bild­ge­ne­rie­rung und ‑bear­bei­tung; Struk­tur- und Dis­po­si­ti­ons­vor­schlä­ge für Doku­men­te und Prä­sen­ta­tio­nen; Ideen­ge­win­nung. In der Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on kom­men Lage­bild-Erstel­lung, Stake­hol­der-Simu­la­ti­on und die Vor­be­rei­tung von Sprach­re­ge­lun­gen hinzu.

Voraussetzungen

Pro­duk­ti­ver KI-Ein­satz setzt zwei­er­lei vor­aus: geziel­tes For­mu­lie­ren von Prompts (Auf­ga­be, Kon­text, Rol­le, For­mat) und Infor­ma­ti­ons­kom­pe­tenz – die Fähig­keit, Ver­trau­ens­wür­dig­keit und Quel­len­ba­sis der Ergeb­nis­se kri­tisch zu prü­fen. Ohne mensch­li­che Vali­die­rung bleibt jede KI-Aus­ga­be ein Ent­wurf (→ KI und ihre Gefah­ren).

Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)

Das KMK-System nutzt gene­ra­ti­ve KI syste­ma­tisch: für die Kon­text­ana­ly­se (ADAM), die Medi­en­re­cher­che (SCHNUFFI), die codier­bo­gen­ba­sier­te Frame-Ana­ly­se (FRAMI) und die Stra­te­gie­ent­wick­lung (EVI). Die Grund­re­gel lau­tet dabei: KI beschleu­nigt Ana­ly­se und Text­pro­duk­ti­on, die Ver­ant­wor­tung für Ent­scheid und Aus­sa­ge bleibt beim Kri­sen­stab. Schät­zun­gen und unsi­che­re Anga­ben wer­den trans­pa­rent mar­kiert – im KMK-System mit dem 🔴-EST-Ver­merk.

Literatur

Zer­fass, A., Hagel­stein, J., & Tench, R. (2020). Arti­fi­ci­al intel­li­gence in com­mu­ni­ca­ti­on manage­ment: A cross-natio­nal stu­dy on adop­ti­on and know­ledge, impact, chal­lenges and risks. Jour­nal of Com­mu­ni­ca­ti­on Manage­ment, 24(4), 377–389. https://doi.org/10.1108/JCOM-10–2019-0137