Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Dramatisierung bezeichnet die mediale Akzentuierung der negativen Auswirkungen einer Krise auf Betroffene: Nicht die Schuldfrage steht im Vordergrund (wie beim Skandal), sondern das Leid und der Schaden – in der Framing-Forschung als Konsequenzen-Frame gefasst (Schenk, 2007, S. 316).
Einordnung
Typisch ist der Konsequenzen-Frame in der Berichterstattung über Naturkatastrophen und bewaffnete Konflikte, er prägt aber auch Unternehmenskrisen mit Betroffenen. Dramatisierung weckt – oft im Verbund mit Überzeichnung – Betroffenheit und starke Emotionen wie Trauer und Angst. Für die betroffene Organisation bedeutet der Drama-Frame geringere Schuldzuweisung als der Skandal-Frame, verlangt aber sichtbare Empathie: Zahlen ohne Mitgefühl kippen in den Herzlosigkeits-Frame.
Bedeutung im KMK-System
Im Codiersystem deskriptives Framing wird die Dramatisierung über die Opferfokus-Codes erfasst (organisationsintern/-extern); die geweckten Emotionen codiert das Codiersystem emotionale Rahmung (Trauer/Mitgefühl, Angst). Für die Strategiewahl gilt nach den Wenn-Dann-Regeln: Beim Katastrophen-Frame stehen Empathie und Hilfeleistung vor jeder Reputationsbotschaft.
Literatur
Schenk, M. (2007). Medienwirkungsforschung (3. Aufl.). Mohr Siebeck.
So einer Konsequenzen-Frame könnte Klitschko bedient haben, als er einem westlichen Reporter sagte, dass die ukrainische Armee nicht die Kinder im Lande verteidige. Sie verteidige ganz Europa. Es sei bekannt, dass Wladimir Putin ganz Europa einnehmen wolle.