Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Der Truth-Effekt besagt, dass Menschen Aussagen eine höhere Glaubwürdigkeit beimessen, wenn sie sie wiederholt wahrnehmen. Auf dieser wahrnehmungspsychologischen Erkenntnis baut der Kommunikationsgrundsatz der «Wiederholung der Botschaft» auf. Eine Metaanalyse bestätigt die Stabilität der Befunde (Dechêne et al., 2010); in der Literatur firmiert das Phänomen auch als «validity effect», «illusory-truth effect» oder «illusion of truth».
Bedeutung im KMK-System
Der Truth-Effekt wirkt in beide Richtungen: Er begründet die konsistente Wiederholung der eigenen Kernbotschaften (Grundsatz der Wiederholung, Kohärenz der Gesamtreaktion) – und er erklärt die Gefahr wiederholter Vorwürfe, Gerüchte und Fake News, die durch blosse Präsenz an gefühlter Wahrheit gewinnen (serielle Skandalisierung, → Wortwahl und Stilmittel). Widerlegungen müssen deshalb das Gegennarrativ wiederholen, nicht den Vorwurf.
Literatur
Dechêne, A., Stahl, C., Hansen, J., & Wänke, M. (2010). The truth about the truth: A meta-analytic review of the truth effect. Personality and Social Psychology Review, 14(2), 238–257.
Weiterführend: ZORA UZH